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natürliche. Der Saft der Trauben ist nämlich überhaupt —weiss, und es stammt die dunkle rothe Farbe nicht aus demSaft der Beere, sondern — aus den Hülsen. Während mandie weissen Trauben so lange als irgend möglich am Stockhängen lässt, damit dieselben überreif und „edelfaul" werden,müssen die rothen Trauben geschnitten werden, ehe sie faulen.Der Most der rothen Traube wird deshalb nicht gleich aus-gepresst, sondern er muss erst mit den Hülsen vergähren.Wären die Hülsen aber schon gefault, so würden dieselben keine,oder doch nur sehr wenig rothe Farbe abgeben. Aus diesemGrunde werden namentlich in Assmannshausen alle bereits ge-faulten Beeren mit grosser Sorgfalt ausgelesen und für sichallein zu Weisswein gekeltert, während die noch gesundenrothen, oder besser gesagt, blauen Trauben zerkleinert und dannvon den Kämmen befreit werden. Letztere dürfen nämlich nichtmitgähren, weil der Wein sonst zu viel „Herbe" annehmenwürde. Die Beeren kommen alsdann in die Gährbottiche, inwelchen sich etwa ein halb Meter unter dem oberen Boden, einzweiter durchlöcherter Boden befindet, der den Saft während derGährung frei durchcirculiren lässt, zugleich aber verhindert, dassdie Hülsen oben auf schwimmen. Nach etwa vier Wochen istdie „stürmische Gährung" vorüber, die Farbe aus den Hülsenhat sich dem Traubensafte mitgetheilt, er wird ausgepresst undder junge Rothwein kommt in's Fass. Die weitere Behandlungist ziemlich dieselbe, wie jene des Weissweines.
Wesentlich für den Uneingeweihten dürften auch einige Mit-theilungen darüber sein, wie der Wein von Hand zu Hand, vondem Producenten (dem Weinbauer) zum Händler (dem Kaufmann)und von da zum Consumenten (dem Trinker) gelangt.
Der Einkauf des Weines geschieht gewöhnlich durch Com-missionäre, welche in den betreffenden Weinorten besondereOrts- und Localkenntnisse besitzen. Grössere Gutsbesitzer bietenihre Crescenz auch in öffentlichen Auctionen zum Verkaufe aus.In einzelnen Weinorten ist es Sitte, dass die kleineren Produ-centen schon im Herbst theils die Trauben auf dem Stock,oder bereits zerkleinert, aus den Bottichen, oder auch den Mostvon der Kelter und aus den Gährfässern verkaufen. Sie kommen