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Rheinwein : Bau, Pflege und Ernte des Weines im Rheingau und Rheinhessen ; mit ... einem Verzeichnis der Trauben-, Most- und Wein-Einkäufe seit 1874
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ausgekeltert wird. Der Most kommt sodann auf die eigentlichenLagerfässer. In neuerer Zeit haben bedeutendere Weinbergs-besitzer und Händler, welche oft viele Trauben oder Most nochvon anderen kleineren Produzenten aufkaufen, besondere heiz-bare Gähr kelle r über der Erde angelegt, welche den Vortheilbieten, dass sie trocken und gut ventilirbar sind, so dass derGährraum immer gesunde Luft enthält und die Temperatur sichleicht reguliren liisst. Solche bei gleichmässiger Temperaturund in gut ventilirtem Raum vergohrenen Weine, werden schnellerflaschenreif und zeichnen sich später durch besondere Haltbar-keit aus. Nach etwa vier Wochen ist die erstestürmischeGährung" vorüber, der Wein hört allmälig auffederweiss",das heisst prickelnd zu sein; der Traubensaft wird nach undnach hell, indem sich die Hefe unten im Fasse absetzt. ImFebruar oder März wird der, nunmehr schon auf den NamenWein Anspruch machende Rebensaft, von der Hefe in frischeFässer und nach sechs Wochen zum zweiten Male in solcheabgelassen, um etwa noch zurückgebliebene Hefetheilchen gänz-lich zu entfernen. Nach einer weiteren Ruhe von einigenMonaten sind häufig die leichteren und billigeren Sorten, die inbesonderen Gährräumen gut durchgohren haben, schon haltbarund beziehungsweise zu versenden. In der Regel lässt manjedoch auch diese leichteren Weine ein bis zwei Jahreund bessere Sorten drei bis sechs Jahre lagern, ehe sie zumVersandt und Consum fertig erklärt werden. Feine Gewächsebedürfen eines noch längeren Lagerns, auch sind die Jahrgängedarin verschieden, da der eine früher als der andere flaschenreifwird. Es kommt vor, dass Weine bis zu zehn Jahren Lagernöthig haben, ehe sie sich in der Flasche klar halten. Währenddes Lagerns müssen die Fässer stets ganz voll und gut ver-spundet werden und wird der Wein nur einmal jährlich, imWinter, auf frische Fässer abgelassen.

Wir erwähnten schon die hie und da vorkommende Kelte-rung rother Trauben zu weissem Wein (Ciaret), eine Mani-pulation, die besonders für den Norddeutschen, wie überhauptfür den Laien eine auffällige, schwer zu erklärende Maassnahmesein dürfte. Und doch ist die Erklärung eine so unendlich

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