Die Weine de^ Mittelrhein- Gebiete^.*)
(Rheingau und Rheinhessen.)
Der dich erstlich nanute Rhein — wollte, glaub' ich,sprechen: Wein.
Der dich erstlich nannte Rhenus — wollte, glaub' ich,'sprechen: Venus.
Was die Venus im Latein?— ist uns, Rhenus, deutsch -'_dein Wein!
Fr. von Logau.
Fast von dem Zusammenfluss des Vorder- und Hinterrheinesbei Reichenau in Graubünden bis gen Cöln hin, soweit irgenddie örtlichen Verhältnisse es gestatten, hat sich die Rebe anbeiden Ufern des Rheines angesiedelt. Bei Chur und Zizers, imVal tomiliasca, wenn auch vereinzelt, wie bei Landquart imGraubündener Lande, treibt der Weinstock lustig seine grünenGewinde und schon im schweizerischen Rheinthale gedeiht eintrinkbarer „Rheinthaler". Der echte Sehwyzer schwört auf seinenBernecker, wenn dieser auch einer rheingauischen Kehle nichtzusagen will.
Im engeren Sinne versteht man allerdings unter der Bezeich,nung „Rheinwein", nur die im Rheingau und dessen Nähe undUmgebung wachsenden Weine: besonders aber sind es die Lagendes Rheingaues und Rheinhessens, welche den Ruf des rheinischenGewächses begründet, welche den Rheinwein als König der Weineüber alle anderen Rebsorten triumphiren lassen.
Das Elsass, Baden, die Bergstrasse, die bayrische Pfalz ziehenallerdings, besonders letztere, auch gelobte und gesuchte Sorten,indessen doch nur in vereinzelten Lagen, nicht überall und nichtin so übereinstimmender Trefflichkeit wie das Rheingau.
*) Nachstehende zwei Artikel sind dem Buche: „Vom deutschenStrom" von Ferdinand Hey'l, beziehungsweise den Aufsätzen: „DieMagna Charta des Rheines" und „Die Weinlese am Rhein", des genanntenVerfassers mit dessen gütiger Erlaubniss[entnommen („Vom deutschen Strom",Bilder von den Ufern des Rheines, Wiesbaden, Verlag von M. Bisclikopff.)