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Wahr ist's, es ist eine unsägliche Arbeit, eine Anstrengung,von welcher der Ackerbauer keine Ahnung hat. Ihm helfenThiere verschiedenster Gattung in der Bestellung seiner Felder,der Winzer muss Alles selbst thun, umgraben und hacken (derWeinbergskarst, eine zweizinkige Hacke, wiegt bis zu fünf Pfund),häufig muss er mit Gefahr des Lebens auf abschüssigem, steilemTerrain in glühender Sonnenhitze schwere Lasten Dünger undheruntergespülten abgeschwemmten Boden emporschleppen. Soist der rheinische Winzer wörtlich sein eigener Ackergaul undZugstier. Dabei ereignet es sich nicht selten, dass der kleinereProducent, weil er häufig gezwungen ist, seine Ernte schon amStock oder während der Lese als Most zu verkaufen, seineneigenen Wein nicht einmal probiren, viel weniger trinken kann.Nach statistischen Notizen hacken die rheinhessischen Winzer(Rheinhessen bebaut zusammen circa 40,000 Morgen) bei drei-maliger jährlicher Behackung per Jahr circa 120,000 MorgenWeinberg mit der Hand und mit dem Karste um und beschneidenin derselben Zeit etwa 100 Millionen Weinstöcke. Die Winzer desehemaligen Herzogthums Nassau (zusammen circa 14,000 MorgenWeinberg) hacken ungefähr bei drei- bis viermaliger Behackung47,000 Morgen pro Jahr und beschneiden in derselben Zeitetwa 35 Millionen Weinstöcke, und doch treffen diese Zahlenschliesslich den kleinsten Theil des zum Weinbau angerodetenRheinlandes.
In Prankreich wendet man in ebenem Boden wohl den Pflugan, der rheinische Winzer dagegen würde es für eine Schandehalten, anders als mit seiner Hände Arbeit seine Wingerte zubestellen. Genügsam, zufrieden mit der ihm zuwachsendenBacchusgabe, lebensfrisch und freudig, fieissig und unverdrossenund mit der Behandlung des Rebstockes auf's Innigste vertraut,hält er mit eiserner Consequenz an der seit undenklicher Zeiteingebürgerten Art und Weise des Rebenbaues fest.
Wie oft gibt's aber ohne Erträgniss bleibende Herbste!AVie oft ist die aufgebotene Mühe vergeblich! Und statt desGöttertrankes erntet der Winzer nur — Kutscher! Und wie,wenn ein schärferer Frost als er am Rhein gewöhnlich, dieunsägliche Mühe und Arbeit vernichtet?
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