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die Stöcke mit dem Grund. Im dritten Frühjahr räumt man aufund schneidet die Zweige bis auf ein Auge. Dann wird derStock gepfählt und geknüpft, oder es werden beim sogenanntenDrahtbau je zwei Drähte au Pfosten befestigt, welche in einerEntfernung von 6 Meter von einander abstehen. Das Binden derStöcke geschieht hier und da mit Stroh, im Rheingau mit Weiden.
Die Ausdrücke des Winzers für seine Arbeiten sind sehrvielfältig. Es wird im Wingert: auf Balken gegraben, gleichge-graben oder gerührt, das dritte Graben nennt man das „Lauter-graben" und das vierte „Wintergraben"; ferner wird geschnitten,gesteckt (Pfähle eingesteckt), gegertet (die alten Reben fest-gebunden), ausgepflückt, geheftet (die jungen Triebe aufgebunden),geringelt, gegipfelt u. s. w.
Erst im vierten Frühjahr wird der Stock durch „Räumen"des Grundes und Schnitt vor dem Safttrieb (knoten) auf denersten Ertrag vorbereitet. Der Stock erhält am Mittelrhein einenein und einen halben bis zwei Meter hohen Pfahl. Nun er-scheinen im Herbst die ersten nennenswerthen Ergebnisse derunsäglichen Mühe des Winzers — der Rheinländer nennt siesehr bezeichnend die „Jungferntrauben". Sie geben in der Regeleinen trefflichen Wein, frisch und feurig, die erste Kraftäusse-rung des jungen Stockes. Indess ist's kaum ein Zwanzigsteleines vollständigen Ertrages den dies erste Jahr liefert, undvorher, ehe der Wein der Reife entgegeneilt — welche Arbeit!Im Mai und Juli wird gehackt, das Unkraut beseitigt, gebunden,es werden junge Reben ohne Triebe weggebrochen; Ende Juliwerden die Spitzen der Reben wieder geschnitten und nach derLese die Stöcke abermals vorsichtig zugehackt. Im fünften Jahrewiederholen sich diese mühevollen Arbeiten wieder, nach demHerbst wird gedüngt und — immerhin auch hier günstigen Fallsnur ein Zehntel Herbst erzielt. Das Düngen eines Morgenskostet ohne die Ausgaben für das Bestellen selbst, im Rheingauetwa 300 Mark und mehr. In neuerer Zeit fängt man an —wenn auch widerstrebend — künstlichen Dünger zu verwenden.Dann, im sechsten Herbste, tritt der Weinberg einer vollenTragfähigkeit näher; man rechnet dann ungefähr fünf Ohm (zu160 Liter) auf den Morgen, gleich einem viertel Hectar.