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Chronistische und verbürgte Nachrichten lassen in Bingenschon um das Jahr 767 den Weinbau bedeutend erscheinen, und817 tauschte Kaiser Ludwig der Fromme bereits einen Weinbergvon dem Kloster Fulda ein. Vermöge der verschiedenen Be-handlung des Weinstockes, Samenzucht, Pfropfen und ähnlicherManipulationen ist man heute im Stande, etwa 300 verschiedeneTraubensorten nachzuweisen, während davon nur ungefähr 25Sorten zur eigentlichen Weinbereitung verwendet werden.
Wir können hier nicht auf eine nähere Beschreibung derverschiedenen Arten des rheinischen Rebbaues eintreten. Siesind in jeder Gegend des Kheinlandes mehr oder weniger ver-schieden. Wir begnügen uns mit der Bemerkung, dass fast amganzen Mittelrhein bis heute noch dem Pfahlbau, in derbayrischen Pfalz und am Haardtgebirge dem Eahmenbau, in derhessischen Pfalz dem Pfahlbau der Vorzug gegeben wird.
Vor etwa 15 Jahren hat man zwar auch vielfach Versuchemit dem Drahtbau gemacht, man ist aber davon wieder zurück-gekommen und nach und nach wieder fast ausschliesslich zumPfahlbau zurückgekehrt.
Ein Hauptaugenmerk des mittelrheinischen Winzers ist es,die Trauben so nahe als möglich dem Boden zu ziehen, da durchdie Einwirkung der Bodenwärme und der von dem Schiefergesteinreflectirenden Sonnenstrahlen die Trauben früher reif und edlerwerden. Bei Anlage eines neuen Weinberges pflegt man, be-sonders in trockenen steilen Berglagen, auf den Morgen (gleich*/& Hectar) etwa 7500 ca. 50—60 Centimeter lange Setzreben(Blindreben, Schnittlinge, Stecklinge, Setzlinge genannt) und zwarje auf den Meter drei Reben, welche dann zusammen einen Stockbilden, in gleicher Entfernung von einander zu setzen. Es ge-schieht dies in Reihen von je einem Meter Abstand; indessensind die hier angegebenen Entfernungen je nach der eingeführtenBauart auch häufig verschieden.
Im ersten und zweiten Jahr überlässt man den Stock häufigeinem unbehinderten Wachsthum oder schneidet ihn nach Be-seitigung der Thauwurzeln zurück, hackt den Berg einige Male(im Rheingau vier bis fünf Mal im Jahr) und säubert ihn vomUnkraut. Nach dem Düngen im Herbst deckt man beim Hacken