Auch der Sohn war ein hervorragender Mann, deraußerdem als Geschichtschreiber hervorgetreten ist. Er schufdie Dominikanerkirche mit einer römischen Barockfassade inNaturstein. Außerdem baute er, wie Geisberg jüngst fest-gestellt hat, jene zwei Kurien, die der Westseite des Domesgegenüberliegend den ganzen Reiz einer reifen Kunst emp-finden lassen. Bauherr war der Domherr Nikolaus Her»mann Ketteler zu Harkotten. Diese Doppelkurie (Dom»platz 28/31) wird jetzt von dem Dompropste und dem Dom«dechanten bewohnt. Sie trägt die Jahreszahl 1716. Dasjetzige bischöfliche Palais (Domplatz) ist ein Erweiterungs-bau, der für den Domdechanten Friedrich Christian vonGalen 1732 von Corfey aufgeführt worden ist.
Der Kunst und verschwenderische Pracht liebende Kur«fürst Clemens August von Köln, 1719-61 auch Bischofvon Münster, hatte den allerhervorragendsten münsterschenBaumeister in seinem Dienst. Auf der Ausstellung vonGemälden berühmter Westfalen fiel das Bild JohannConrad Schlauns durch das geradezu häßliche Gesicht auf.Doch Gesichter täuschen. Erst langsam hat die Kunstgeschichteihn voll gewertet. In meiner Familie wurde er schon längsthoch geschätzt. In jungen Jahren hatte er Italien besucht.Später wurde ihm der Neubau des Schlosses in Brühl an«vertraut. Dieser Aufgabe war er nicht völlig gewachsen. DerFranzose CuvillierS rückte seine Fehler zurecht. Er wurdein Münster heimisch und fand dort für schwierigste Aufgabenglänzende Lösungen. Ein kunstvolles Zuchthaus aufzuführenwar seine erste Pflicht (1732). Er gab diesem ausgesprochenenNutzbau die erwünschte Wirkung, indem er die sich zuneigen-den Flügel mit den Zellen zwar ihrer herben Natur ent-sprechend gestaltete, in dem Winkel aber ein künstlerisch aus-gebildetes Feld als Repräsentanten der Obrigkeit ausführte.
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