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Aus dem alten Münster : Erinnerungen, Skizzen und Studien
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Gärtner. Auch sagt Kerssenbrock geradezu von den Bürgern:„Doch wenige bebauen Acker". In meiner Jugend war derRhythmus der Dreschflegel fast verklungen. Ich bringe inmeiner Erinnerung nicht ein halbes Dutzend Dreschtennenmehr zusammen. Ganz allgemein hatten die Bürger Gärten,vor allem auf dem einstigen Glacis.

Ein einziges wesentlich bäuerliches Fachwerkhaus habeich noch auf der Salzstraße gesehen. Der Hauptbetrieb warBäckerei und Schnapsbrennerei. Man betrat das nun auchverschwundene Haus durch ein Scheunentor und kam auf eineTenne, auf der noch gedroschen wurde. Rechts und linkswaren verschlossene Privatzimmer. Das eine wurde voneinem Bruder der Eigentümerin, Gymnasialprofessor, alsFerienzimmer bewohnt. Durch eine Türe, die ein Gegen«gewicht geräuschvoll schloß, kam man in einen großen, hohen,von der Rückwand her hellbelichteten Raum, der Küche,Backofen, Treppe und Ausschank vereinte. Hier saßen auchdie Gaste, wenn welche kamen. Im Hinterhause waren dieKühe und die Brennerei untergebracht. Alles hatt« solideFormen.

Münster besitzt ein weites bäuerliches Hinterland, mitdem es innig verbunden ist. Über die einstigen VerbindungS«Mittel, die in Resten noch in meiner Jugend bestanden, gibtdas Verzeichnis der Boten für die einzelnen Ortschaften undder Häuser, wo sie „logierten", im Hof» und AdreßkalenderAuskunft. 1 784 waren es deren 34. Es herrschte zwischenden Bauern der Umgegend und den Münsteranern ein gegen-seitiges wahres Treueverhältnis. Wir bezogen alle Jahreunser Brennholz von demselben Schulten in Amelsbürenund er kaufte alle Kleiderstoffe bei meiner Mutter. AnMarkttagen kamen die Bauern oft viele Stunden weit herin die Stadt. Noch trugen sie alle, mit Ausnahme derer,

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