Gar oft wünschte ich ihn einmal betreten zu dürfen, wennich von dem weit der Aa vorgelagerten Walle, der die besteAussicht auf die Altstadt bot, hinübersah. All die Türmekannte schon der Knabe. Diesem Bild, das dem alten Merianentnommen zu sein schien, entsprach auch der Vordergrund.Jenseits der Aa und ihrer Wiesen erhoben sich die Festungs-werke fast zur ursprünglichen Höhe, in ihnen lagen stufen-weise eingebettet die Gärten des damaligen BuchholtzschenHauses. Das mußte ein Heim sein voller Blütenpracht,Vögel und Kinder. Es ist das einzige Haus in Münster, dasnicht unter dem Charakter der Ebene leidet, die einzigeStelle, wo aus den alten Festungsmauern Friede und Schön«heit erblühen. Diesen Raum hat eine hochbegabte Dichterin,Clara Ratzka, in ihrem Roman „Familie Brake" mit allihrer sinnigen Kunst als Sitz des alten Ehepaares undWonne der Kinder und Enkel geschildert. Die Dichterin, dieMünster einen seelenvollen Stadtroman geschenkt hat, wieihn wenige andere Städte besitzen, war auch in der Geschichteihrer Heimat bewandert. Sie entnahm den VornamenGerwin jenem Gerwin Bück, der als zu den Erbmänner«geschlechtern gehörig 141 1 mit diesem Burgmannshof be»lehnt wurde.
Den anderen, den Hof des Freiherrn von Droste-Hüls»hoff betrat ich mit begreiflicher Ehrfurcht und einigem Stolze,wenn mich Aufträge aus dem väterlichen Geschäfte dahinführten. Diese größte deutsche Dichterin hatte Freundschaftmit meinem Onkel Wilhelm Iunkmann und dessen Gattin,meiner Taufpatin Therese Schlüter, gepflegt. Später sollteich sein Nachfolger auf dessen Lehrstuhl in Breslau werden.Sie hat auch meine Mutter gern gehabt. Erst lange späterwurden die Briefe der Dichterin an Levin Schücking bekannt,in denen sie auch über den Verlauf der Hochzeit meiner
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