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Aus dem alten Münster : Erinnerungen, Skizzen und Studien
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dung finden konnte. Seine oft gewaltige Ausdehnung warein Programm und blieb es mitunter. In Münster schonteman das Alte — auch Drubbel und Lambertikirche — undbrachte die Einheit des Grundgedankens der Bogengänge mitder Vielheit der Ausgestaltung der einzelnen Giebel nach demGeschmacke des Besitzers in eine wundervolle Synthese. Manhandelte nach dem Grundsatze: Im Notwendigen Einheit, imübrigen Freiheit. Wer in modernen Großstädten einen Platzbetritt, übersieht ihn schnell in seiner Gesamtheit. Man staunteinen Moment über die monumentale Anlage, dieser Eindruckwird durch die Breite der schier endlos scheinenden ein«mündenden Straßen gesteigert. Dann wenden sich die Ge>danken anderem zu.

Am Prinzipalmarkt gab es nur einen, zwar vieles, aberdurchaus nicht alles beherrschenden Blickpunkt. Wer vor demRathaus steht, genießt nach Süden hin den vollen Überblick;dort stand einst der Kaak, der Pranger. Umfassender noch istder Blick nach Westen und Norden. Westlich grüßen diegrünen Laubkronen der Linden am Domplatz herüber und dieKonturen bedeutender doch ganz anders gearteter Bauten.Es ist gleichzeitig eine Einladung in die Natur, wie zu denArbeitsstätten der Autoritäten.

Nach Norden schweift der Blick über die Reihen stolzerGiebelhäuser. Die nach Osten gerichtete Zeile biegt langsamab. Ihr Ende ist nicht zu übersehen. An der anderen Seiteneben dem Rathaus das StadtweinhauS. In meiner Jugendkam dort noch in der Hauptwache der militärische Grundzugdes preußischen Staates zur Geltung. An diese Stelle knüpftauch mein frühestes, geschichtliches Denken an. Eines Abendsklang der Trommelwirbel des Zapfenstreiches anders alssonst. Das im vierten Lebensjahre stehende Bübchen wachteauf, und der Vater deutete ihm den Vorgang: „Der König

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