so wird der Sinn anders; dann erscheint es nicht, was sonnen-klar der Kern des Gedankens ist. „England wird sofort ein-marschieren, wenn es glaubt, daß Preußen einmarschierenwerde."
Herr Waxweiler verteidigt nun aber England mit folgen-den Gründen. „Jede Garantiemacht hat nicht nur das Recht,sondern die Pflicht, eine verletzte Neutralität zu verteidigen,nicht erst auf Aufforderung des neutralisierten Staates, son-dern auch aus Sclbstanwendung gegen dessen Willen 17 )-"
Es ist für Waxweiler nichts „Erstaunliches", „daß 1912England sogar gegen den Willen Belgiens Truppen landenwird". Es erfüllt seine Pflicht gegen sich, indem es einrückt.
Aber 1914 darf Deutschland dasselbe nicht tun. Es mußden Verdacht, daß Frankreich durch Belgien einfällt, ignorieren.Der von seiner Seite erfolgte Einmarsch ist dann nicht einePflicht gegen sich, sondern das ist ein Verbrechen an derMenschheit!
Es ist in diesem Kriege das Merkwürdigste, wie viele dieeinfachste Logik verläßt, sobald es sich um Deutschland undsein Tun handelt.
1912 hat die verantwortliche englische Militärpersönlich-keit glatt und klar erklärt, England wäre unter allen Um-ständen in Belgien einmarschiert. Darüber ergrimmen die Bel-gier nicht, ihr Generalstabschef verhandelt ruhig weiter, dieRegierung gibt davon den anderen Garantiemächten keinerleiNachricht, sie stellt erst ein Jahr später bei Grey eine An-frage und verschweigt dabei die Quelle! Da heißt es dann:„Was ist da Erstaunliches?"
17 ) S. 162.
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