gehen die Neutralität Belgiens mißachtet haben. Es mag viel-•eicht ein paragraphierter Vertrag nicht bestehen, aber dieKunst Qreys war die altenglische; man schafft sich tatsäch-liche Abhängigkeiten, man trifft mündliche Abreden und kanndann Verträge läugnen. Deutschland bot Belgien in seinerRaumnot, in dem Kampfe um seine Existenz,der ihm freventlich aufgezwungen war, zumDurchmarsch gezwungen, den vollen Schadensersatz. Belgienaber wies es ab. Das ist die nüchterne Wahrheit.
Wo liegt denn da die Untreue gegenüber dem großenGute der belgischen Neutralität. Bei Belgien, das erweist dieUmkehrung der Front des Befestigungssystemes.
Ein Belgier selbst hat die deutsche Besetzung schon vor25 Jahren gerechtfertigt: „Sehr dringende Umstände könnenselbst die zeitweise Besetzung einer neutralen Festung, ihreBelegung mit Garnison, rechtfertigen, um sich gegen den Feindzu sichern oder um ihm in seinen Absichten auf denselben Platzzuvorzukommen, wenn dessen Heer nicht imstande ist, ihnzu schützen 14 ). Derselbe Offizier prophezeite seinen Lands-leuten: „Die Niederlage Deutschlands wird für Belgien dieVerwandlung seiner Provinzen in Departements, der Ruinseiner großen Städte, besonders das Herabsteigen Brüssels vonseinem Range als Hauptstadt, und die empfindlichste SchädigungAntwerpens in seinen Handelsbeziehungen mit Deutschlandbedeuten ls ).
14 ) Q i r a r d. Vgl. Jahrbücher für die deutsche Armee undMarine 75, 68.
15 ) a. a. 0. 75, 70.
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