Moltke hat vor langen Jahren es abgelehnt, über die Be-festigungen sich amtlich zu äußern, das sei Belgiens eigeneAngelegenheit B ). Er hat dann später, um Rat gefragt, privatimdem Könige Leopold II. gegenüber sich entschieden gegen dieNotwendigkeit dieser Festungsbauten ausgesprochen 10 ). DieBelgier haben seinen Rat nicht gehört. Sie taten was ihnenbeliebte. Frere-Orban, der Ministerpräsident vieler Jahre,sagte: „Wir errichten Festungen, wie sie uns passen, undschleifen diejenigen, die uns nicht passen, ohne uns durch pom-pöse Phrasen über unsere angeblichen internationalen Ver-pflichtungen beeinflussen zu lassen ").
Auch das belgische Eisenbahnwesen begünstigte Frank-reich. Zwar hat Andre Weiss die Dreistigkeit, von unzähligenstrategischen Eisenbahnlinien zu reden, die auf dem Erdbodendie deutsche Bedrohung Belgiens eingezeichnet hätten. Qe-mach. Nach Belgien führen über die deutsche Grenze ganzevier Eisenbahnlinien; nimmt man das neutrale Luxemburghinzu, so sind noch weitere fünf hinzuzuzählen. ZwischenFrankreich und Belgien vermitteln aber 22 Linien den Verkehr.Diese kecke Behauptung von Weiss übertrifft er aber noch,wenn er die belgische Nordgrenze als „complement degarniede forteresses" bezeichnet. Hat der gefeierte französische
*) Angeführt wurden diese Worte in der belgischen Kammer imMärz 1887. Descamps S. 409.
10 ) Jahrbücher für Armee und Marine 82, 197. Es war in denTagen seines 90. Geburtstages bei der Anwesenheit des Königs derBelgier in Berlin.
") D e s c a m p s S. 409.