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Von der Neutralität Belgiens
Entstehung
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Nach allen Fronten hin hat Antwerpen eine gleiche Be-deutung und die gleiche Wirkung: Bedrohung der Flanke deseindringenden Feindes und Anlehnung für den Freund. Esdient zugleich in allen Fällen als Reduit.

Eine Festungsanlage bei Nieuport wäre ein gegen Frank-reich und England gerichteter Ausgleich zugunsten des deut-schen Reiches gewesen.

Es folgt mit aller Deutlichkeit, das Königreich Belgien,dessen erster König noch die Verpflichtung der Instandhaltungeiner Barriere gegen Frankreich übernommen hatte, hat dieseTendenz nicht nur fallen gelassen, sondern hat sein Systemzugunsten von Frankreich und England eingerichtet. Schleichtsich da nicht der Verdacht ein, daß Brialmont, der Sohn einesnapoleonischen Offiziers, nicht ausschließlich als neutraler Bel-gier gefühlt hat?

Die Entwicklung des Festungswesens bedingte auch dieHeeresgröße. Es entsprach durchaus den Anschauungen allerMächte, daß die Neutralität Belgiens eine bewaffnete seinsollte. Keine Regierung hat gegen eine HeeresvermehrungEinsprache erhoben. Immerhin blieb das Heer relativ schwach,1845 wurde es auf 80 000 Mann festgestellt, 1853 auf 100 000,1868 auf 100 000 und 30 000 Reserven. Zur allgemeinen Dienst-pflicht überzugehen, trugen die Belgier Bedenken; man hieltdie Nationalgarde für eine wertvolle Ergänzung. Die belgischeVerfassung hat aus den Tagen der Julirevolution diese Insti-tution beibehalten; eine üble Verlassenschaft; denn wie einreguläres Heer das Volk der Lust, auf eigene Faust am Kampfeteilzunehmen, entwöhnt, so bildet eine Nationalgarde dazu denAnreiz. Der Nationalgardist ist an diesen Wechsel von bürger-licher Kleidung und Uniform gewöhnt. Was aber hat Belgien

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