gischen Provinzen eine politische Stellung, in der sie nicht ganzentschieden der antifranzösischen Partei angehören, so ist estausendmal besser, wenn sie gar keine Festung haben ')•" Ant-werpen aber ist nicht mehr eine Festung des ersten Mobil-machungstages, sondern eine Rückzugsfestung, sie richtet ihreFront dem Lande zu; denn gegen das Meer ist sie durchHolland, solange dieses selbst sich nicht feindlich stellt oderseine Neutralität aufrechterhalten kann, gesichert. Die Frontvon Antwerpen geht gegen Süden und gegen Osten!
1859, noch unter der Regierung König Leopolds I., beganndie Schleifung einzelner Festungen, dafür wurde die Verteidi-gung des Landes in eine Reduitfestung konzentriert. Ant-werpen war der natürliche Ort für einen solchen Platz, in densich im äußersten Falle der Not Armee und Regierung zurück-ziehen und verteidigen könnten. Die Festung, nach denPlänen Brialmonts ausgeführt, war für seine Zeit ein Meister-werk des Belgiers. Sein Ruhm ging durch alle Lande.
Die faktische militärische Lage war nun die: die altenvorhandenen Befestigungen (so in Lüttich und Namur) warenfür einen Durchmarsch nicht mehr allzu ernsthafte Hindernisse,Belgien hatte aufgehört eine wirksame Sperre gegen Frank-reich zu sein, es gab nur eine schwache Söldnerarmee, dieim offenen Felde nicht allzuviel bedeutete, hinter den Forts vonAntwerpen war aber die Regierung des Staates sicher ge-borgen. Belgien hatte also völlig alle Erinnerungen an dieeinstige Tendenz gegen Frankreich, die sein König und seinerster Minister unterschrieben hatten, aufgegeben, es war ein
c ) Schwarz, Leben des Generals Carl von Clausewitz2, 378 f.
84