den Schlüssel Flanderns zurückgewinnen. Der englischeKönig Karl II. und Lord Clarendon brauchten Geld und ver-kauften in Nichtachtung der englischen Interessen um den Preisvon 5 Millionen Livres den Brückenkopf jenseits des Kanals.Ein schmählicher Handel!
Den Engländern war es immer recht, daß die HolländerAntwerpens natürliche Handelsbedeutung völlig unterdrückthielten. Als Kaiser Karl VI. Ostende emporbringen wollte, wares England, das es verhinderte. England betrübte es niemals,daß die einst den Weltmarkt beherrschenden Städte Brüggeund Antwerpen verödet dalagen.
Der Egoismus englischer Politik hat auch in Belgien seineSpuren hinterlassen.
Von dem Augenblicke ab, da Belgien in die Hand der Auf-gebote der französischen Revolution fiel, war es entschieden,wo das Interesse Englands lag, und daß es den letzten Waffen-gang mit dem Nebenbuhler Frankreich galt, den man seit hun-dert Jahren so oft schon niedergerungen hatte'). Wie beiDantons großer Rede die alten Eroberungsgelüste der Fran-zosen aufleuchteten, die Lehre von den „natürlichen Grenzen",die so viele Kriege des Königreiches heraufbeschworen hatteund nun ihre bluttriefende Fortsetzung herbeiführte, war inEngland der Zweifel geschwunden, die Regierung und das Volkkehrten zu der naturgebotenen Gegnerschaft gegenüber Frank-reich zurück, die alten Feinde hatten ihre Natur wieder-gefunden. Napoleons Weltmacht brach zusammen, vor-wiegend durch die Waffen der Ostmächte.
Das glückliche England hielt 1815 die Beute an franzö-
9 ) Lenz, Die großen Mächte S. 86.
Schulte, Von der Neutralität Belgiens.
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