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Neuntes Buch. Waren. V. Die übrigen Waren. § 119
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Aber die 194 Stück, die zu Mailand gekauft waren, brachte der Käufer-wieder zurück, es seien keine Zahlperlen, kosteten 73 fl 15 ß, warennicht 50 fl wert. 1 Eine Schuld auf Perlen liegt wahrscheinlich 1515 vor(783 fl). 2
In Valencia hatte man Perlen lange Zeit als Pfand und lieh sie aus,aber sie für verfallen zu erklären, trug man doch Bedenken. 3
In Kommission kaufte man in Mailand für Noffre Humpis viele Perlen,einmal 183 Perlen flor für 14 U 9 ß 9 ^, 98 große Perlen für 10 U 10/3und 137 Perlen alle flor für 14 U 10 ß; in anderen Fällen kostete dieUnze 15 U . Für die Unze kleine Perlen kommen Preise von 14 U und14 U 13 ß 6 ,Sj, 1V 2 Unzen großer Perlen kosteten ihm 28 U 10 ß. 3 großePerlen in Venedig 5 Dukaten. 1 Uncia 19 ^ schwere große Perlen be-zahlten Klemens Ankenreute und die Witwe von Konrad Humpis gleich-mäßig mit 30 W 14 ß 2 %x, 18 denari schwere große Perlen flor mit23 t6 10 ß. Auch Jakob Humpis, Ulrich Muntprat und Jungfrau Apolloniahatten sich Perlen gekauft. 4
Bei Perlen muß man seine Zeit erwarten, war eine sehr vernünftigeLehre. 6
Die 1426 in Barcelona erwähnten Perlen sind wohl Glasperlen.
Es lohnt sich wohl einmal eine hübsche Perle von 3 Karat = 4 fl rh.umzurechnen. Das sindan Gewicht 9,104 Gramm im Werte von 28,20 Gold-mark. Am 11. November 1922 kostete die Perle von 3 Karat Gewichtrund 1000 Goldmark oder bei einem Dollarstande von 8200 Papiermark2 Millionen Mark! Das Wertverhältnis war also beides in Gold berechnetvon 1 auf 31,25 gestiegen.
Freilich wäre nun noch genau das Genueser Gewicht für Perlen zu be-stimmen. Da hilft in etwa Baumgartner weiter, der angibt, 6 Unzen vonGenua seien gleich 11 Lot Silbergewicht zu Ulm.
Edelsteine wurden nur in Kommission für Gesellen erworben.Saphir. In Mailand für Noffre Humpis 2 Saphire, der eine ledige Steinfür 36 U , der andere in einen Bing gefaßte für 45 U 2ß, für Hans Täschler(Preis 40 U 19 ß Mailänder = 13 fl rh.). — Bubin. In Venedig für NoffreHumpis 2 Eubin. — Smaragd. In Venedig für Noffre Humpis 1 Smaragd(kostete mit den 2 Bubin 10 Dukaten). 6
Straußen- und andere Federn. An „strusso federa", die 1505 inGenua gekauft und dann in Mailand verkauft waren, hatte man 11 °/ogewonnen. 7 Darf man an Straußenfedern denken? Flandern wollte dortan 50—100 Maß Federn für Köln einkaufen, sie waren ihnen aber zuteuer, dann aber kauften sie 2 Kisten Straußenfedern (=282 Maß),kosteten 59 U 3 ß 2 3\ flämisch. Von Köln wanderten sie als unverkäuf-lich zurück, man wollte um 1 Maß nur 3 / 4 fl Gold geben und hatte siedoch für 1 fl gekauft. Man versah sich eines rechten Unglücks, da eseine Ware sei, die nicht liegen möge. 8 Auch hier sind die Preise sehrniedrig. Die Einteilung in Maße paßt auch wohl kaum für Straußen-federn, die doch wohl sicher nach Stücken verkauft wurden, wenn dasschon bei Gänsekielen, die nach dem Hundert verkauft wurden, derFall war. 9
1 3, 396. 2 3, 397. 3 3, 151. 4 3, 23. 254. 5 3, 295. 6 3, 254. NoffireHumpis ließ in Nürnberg einen Saphir anders schneiden, 3, 330. ' 3, 287.8 3, 443. 447. 9 Nach Uzzano (3, 420) war der Verkauf nach Hunderten üblich.