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Neuntes Buch. Waren. IV. Metalle und Metallwaren. § 118
mittel Gold auf 60 ß. Doch lassen sich diese Angaben noch vermehren.Die Eechnung von 1507 gibt den Metallwert mit 1029 26 12 ß Mailänder,den Macherlohn zu 8 ß per 26 mit 9 26 12 ß, Unterkauf, Zoll und Ver-packung hinzugerechnet 1057 26 4 ß.
Damit erhalten wir einen Einblick in die Herstellung. Die Gesellschaftübergab Gold an einzelne Goldschläger zur Bearbeitung, so daß diese inden Rechnungen der Gesellschaft als deren Schuldner erscheinen. Sostanden 1504 auf drei Meister 11025 26, 1507 auf zweien 3065 26. Ebensomachten es die Fugger und Fütterer, besonders aber Ludwig Münzer,der in einem Monate 25000 26 umsetzte und die Unze zu 72 in 72% ßhatte. Es ist klar, daß das Eisiko in dem Schwanken der Edelmetallpreisebestand, aber es war auch eine Ware, auf der, da sie nur gegen bar ver-kauft wurde, das Geld nicht lange schlief. 1
Über die Verpackung ist zu sagen, daß es mehrfach heißt ins gawetlyuf gemacht. Das spätere italienische Wort (gavetti) bezeichnet den Gold-draht, wie er aus der ersten Zainkammer herauskommt.
Ich glaube, von den Kölner Goldschlägern und Goldspinnerinnen auskann man auch das Mailänder Unzgold verstehen. Da handelt es sichum einen Häutchengoldfaden, der aus einem feinen Häutchen bestand, dasmit einer kräftigen Schicht geschlagenen Goldes bedeckt war. Das Blatt-gold wurde vom Manne hergestellt, die Spinnerin wand das Häutchenzu einem Goldfaden um einen Faden als Kern. 2 Im Jahre 1373 teilteKöln nach Venedig mit, daß die Goldschläger und Goldspinnerinnen nichtmehr ihr Produkt auf Spulen verpackten, sondern in hängenden Stücken(Strähnen), da man sie so stempeln könne. Wie es noch 1485 vorkam,daß noch nach Spulen verkauft wurde, so ist vielleicht unter gavettlieine ähnliche Aufmachung zu verstehen. Wäre das nun richtig — wassehr ernster Nachprüfung bedarf — so hieße das italienische Unzgoldnach der Einteilung nach dem Gewichte, das Kölner nach dem Ursprungs-orte. Es findet sich eine Einteilung nach Stücken (3 dosin Kölsches goldes,3 dosin Kölsches sulvers). 8
Über das Onzgold schreibt Baumgartner bei Genua: „Onzgold und Onz-silber macht man viel zu Genua und ist besser denn das zu Mailand derUrsachen halber, zu Genua darf man kein Silber arbeiten, es sei denn ,,ligallonz." Darum so ist es viel besser und langwieriger, denn das zu Mailandgemacht wird.",, Das Onzgold gilt gewöhnlich das& =12 Unzen 24 bis 28 26Genueser und das Mittelgold um 25 26. Das Gold heißt man alla Venezianer,führt man viel nach Deutschland undFlandern." Schon im 13. Jahrhundertfinden wir Ausfuhr von Goldfäden von Genua, Lucca und Montpellier. 4
In Genua, das wie Venedig in dieser Technik führte, kann ich nun An-kauf seitens der Gesellschaft nicht nachweisen, wohl aber, daß es erwogenwurde „gesponnen Gold, Silber fein, Unzgold" aufzukaufen, da manan Handel damit nach Valencia und Saragossa dachte. Andere Deutschelassen sich damit in Frankfurt und Nürnberg nachweisen. 6 Genua selbstsah aber dieses Gewerbe schwinden: um 1409 produzierte es für mehr als100000 U, 1510 noch 3300 &,1480 21000 U . 6 Um so mehr erwarb man in
1 3, 279. 291. 307ff. 2 Vgl. Braun in „Köln. Volkszeitg." 1920, Nr. 971.v. Lösch, Kölner Zunfturkunden 2, 213. 234, 253und264f. Schulte 1, 542.3 Hans. Urkundenbuch 8, Nr. 564. * Schaube, S. 206. 5 3, 260. 263.6 Sieveking, Rechnungsbücher, S. 58.