Druckschrift 
2 (1923)
Entstehung
Seite
186
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186 Neuntes Buch. Waren. III. Spezereien. Südfrüchte. 2. 3. Kapitel. § 114. 115

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Pomeranzenöl. Öl aus den Blättern des Citrus vulgaris (pomaarancii, kat. naronja) findet sich nur einmal. 1475 war ein ,,hut" nachEavensburg gekommen, zugleich mit Mandeln, also wohl aus Valencia. 1Dieser indische Baum war durch die Araber im 11. Jahrhundert nachSpanien verpflanzt worden.

Zitronat. Der Limonenbaum (Citrus Limonum) war durch dieAraber in Spanien eingeführt, ist auch an der Biviera von Genuanachgewiesen, wohl auch sonst. Einen Handelsartikel machte die Ge-sellschaft nicht daraus, aber für ihren Haushalt ließen sich 1479 viervornehme Gesellen je einen Topf Zitronat kommen. 2 Es handelt sichalso um in Zucker eingemachte grüne Schalen der Früchte wohl vonCitrus medica.

Pinyons. Die Josumpis führten 1443 13 U puyons aus, der Preis istnicht festzustellen. 3 Vielleicht ist zu lesen pinyons. Kat. heißt pyniolKern, Nuß; pinyo Fichtensamen. Nüsse gäbe einen Sinn. Pinyons stehenim Barceloner Zolltarife hinter Wein unter den Lebensmitteln.

Civado de capelan. Ein Ballen syvada de Capalans (auch syva ge-schrieben) wurde Februar 1476 von Valencia kommend in Bouc abge-laden und dann in der Bichtung nach Genf weiterbefördert. 4 Ein Sacksivada de capillans — im Werte von 5 & 4 /? — war als für den Haus-gebrauch bestimmt, vom Zolle in Barcelona 1480 zollfrei. 8

Auch in Saragossa sollte man einen Sack mit siwada kaufen undheraussenden. 6 Dann hatte man von Valencia sich bestellt, aber dieSendung war ganz nichts wert, viel Sand und pole (kat. pole = Staub)war darin. Nun gab man nach Barcelona den Auftrag, 100—150 U gutersivada de cappelans zu bestellen. „Unser Spezereihändler machte unseinst sehr gute." 7 Es war also eine trockene Mischung von wohlschmecken-den Kräutern. Und in der Tat enthält das neuprovenzalische Wörterbuchvon Mistral die Deutung für civado de capelan gleich poivre, franz. heißtcivet der Hasenpfeffer.

Konfekt. Jos Meyer bezog von Mailand von 4 Schachteln Konfektfür 1 fl rh. = 3 U 3 ß Mail, und ebenso Konrad Humpis deren 2. EineKiste mit Konfekt ging 1476 von Valencia nach Bouc, dazu nicht wenigerwie 9 costal „der Herren Frucht", wohl eingemachte Früchte. 8 Diese,namentlich wenn sie mit Zucker eingemacht waren, hießen Konfekt.

Orangenwasser, Aigua naf. 1475 ging von Bouc nach Genf oderLyon für Lamparter eine Flasche mit Aga naffo. 1479 ließ sich JunkerEToffre Humpis von Valencia „1 barall egen naffa" kommen. 9 Kat. istaigua Wasser, Kat. nafa Orangenblütenwasser aus Citrus Aurancium undCitrus Bigaradia. 10

Fynettada. Ein Quart fynettada ging 1476 als Gut der Herren vonValencia nach Genua. „Ist alles gut fein Ding." 11

Abra de terra. 1479 wurden von Valencia an Thomas im Steinhause„4 lada mit abra de terra" gesendet. 12 Dieselbe Ware heißt 1479 in Bar-celona obra de terra. 13

1 3, 17. Das Pfund kostete nach Eavensburg gelegt 7% ^. Willkomm, ÜberSüdfrüchte, deren Geschichte usw. (1877), S. 46. 2 3, 123. 3 3, 513. 4 3, 228.232. 6 3, 190. 530. 6 3, 68. ' 3, 143. 8 3, 3. 18. 228, 232 f. 254. 9 3, 123. 227.10 Wiesner, Eohstoffe des Pflanzenreiches, 2, 653ff. u 3, 223. 12 3, 123.13 3, 523.