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168 Neuntes Buch. Waren. III. Spezereien. Südfrüchte. 1. Kapitel. § 111. 112
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Auch über die Anlegung von 1502 haben wir nur Nachrichten ausFrankfurt. Er hatte in Aragonien 17 ß gekostet. Mag er 2 fl gelten, sosolle man ihn um 2 fl geben, wenn er schön sei, x / 2 bis 1 ß stehe den Ver-käufern zu nachzugeben. Auf der Herbstmesse galt er 2 fl 5 ß. An-scheinend kam nur wenig auf die Fastenmesse von Lyon her, auf derHerbstmesse hatte man wohl gar keine Ware. 1
Über die nächste Anlegung (1503) wissen wir nur, daß im Mai 1504,wo man 4 Ballen hatte, der Handel schlief. Man wäre froh, die 2 schlechtenBallen um 2 1 / 2 fl zu veräußern. 2
In der Fastenmesse 1507 galt die Anlegung von 1506 5 fl 10 ß bis5 fl 14 ß. Her Safranmarkt, auf dem viel verkauft wurde (ob 60 Ballen),muß unter dem Drucke einer Mißernte gestanden haben, denn dieBavensburger, die nicht einmal schönes Gut hatten, waren mit einemsolchen Preise nicht zufrieden. Wirklich ging aller in Nürnberg zu5 fl 14 ß und 5 fl 15 ß ab, der Zima galt 6 fl 15 ß. In Flandern galt erim Juni 26 ß. 3
Von der Anlegung von 1509 kamen im August nach Bavensburg520 16 Arag. Man rechnete das aus, daß das 354 3 / 4 W Frankfurter seien,die zu 3 fl nach Frankfurt gelegt zusammen 1064 fl 5 ß in Gold wert seien. 4
Von der Anlegung von 1510 ging ein Teil nach Wien, ja Pest, wor-über schon oben gehandelt ist. 5
Über die Anlegung von 1512 wissen wir lediglich etwas von demTransporte. 6
Saragossa sandte von der Anlegung von 1514 für die FrankfurterOstermesse 2 carga (= 4 Ballen), die Gesellschaft hatte die Führung inFrankfurt verloren; denn es kamen zur Messe weiter von Hochrütiner 2,Münzer 3, Zollikofer 5, Welser 8, also von Deutschen zusammen 20, vonWelschen aber noch 22 carga. Die Gesellschaft hatte die eine carga zu20 ß gekauft, die zweite zu 22 ß auf zwei Jahre Ziel. Diese große Mengewerde den Preis drücken, zumal er in Österreich nichts gelten wolle. 7
Der Niedergang des Geliegers von Saragossa ist oben besprochen, 1523lag dort noch ein Best von 28 U 17 Unzen. 8
§ 112. Spanische Anlegung 2. Anlegung von Barcelona aus. Olly, Urgel, Bellegier,verfälschter Safran: Contrafet. Verpackung und Gewicht. Berechnung der damaligeneuropäischen Ernte.
Ich. komme zu der Besprechung der Anlegungen der übrigenspanischen Sorten, die von Barcelona aus erfolgte.
Katalonischer Ort wurde von der Gesellschaft in den späterenZeiten nicht geführt, wohl aber von den Welsern. 9
Eine Safransorte, die olly, oly, eil, öl genannt wird, stammte aus demzu Katalonien gehörigen Tale von Urgel, heißt nach ihm oder öfternach der Stadt Balaguer (gewöhnlich Bellegier genannt). 1474 lagvon der Ware, die doch an beiden Orten eigentlich verboten war, zuFrankfurt und Nürnberg und ging wenigstens zum Teil nach Flandern. 10
Im Oktober 1477 lag bereits die Tatsache vor, daß der Bellegier, derin der Zeit des englisch-französischen Krieges mit Nutzen in Flanderngehandelt war, dem Brunikel wieder wich; namentlich fragten die Eng-
1 3, 382. 387. 2 3, 389f. 3 3, 391. 394f. 444. 4 3, 34f. 6 3, 217. 6 3,450. ' 3, 218f. 8 3, 245. 9 3, 219. 10 3, 5. 13f.