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Neuntes Buch. Waren. I. Webwaren. 4. Kapitel. § 102
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Jene Bestellung von Tapisserie, die 1479 von Saragossa nachFlandern ging, hat noch über gemalte Tapisserien wertvolleAngaben. Sie umfaßte auch 12 große Kruzifixe, 12 Schilling dasDutzend, die von guter Hand seien, ein Dutzend Kruzifixe „depin seil", 6 ß %° das Dutzend, „son der Kienen pöratory" — heißtes in dem wunderbaren Sprachengemische des Schreibers, weiter1 Dutzend Tafeln, „so man denn hier mit pangirt," nicht zugroß, zwei Krönungen (wohl der Muttergottes) von guter Handund 2 Kreuzabnahmen von guter Hand. Man solle sie bei gutenMeistern bestellen und daß es gute Malereien (penturas) seien.Man wolle damit einen Versuch machen. 1 Während für die Tür-vorhänge und Bankdecken Wollwirkereien wahrscheinlich sind,handelt es sich hier um Malereien, und die wurden doch wohl aufLeinwand gemacht.
Bettdecken. Unter dem katalanischen Worte flassada ver-steht man eine langhaarige Bettdecke. Als Ausfuhr findet sie sichin den Geliegern von Barcelona und Valencia, ohne eine größereBedeutung zu haben. Sie wurde geführt von dem Gelieger zu Genua,Einfuhr nach Mailand lehnte 1505 das dortige ab. 2 Aber auch nachoder über Avignon fand Ausfuhr statt.
Tecklach (Decken) gingen als Privateigentum mehrfach vonFlandern nach Schwaben. 3 Als Umschlag diente „1 Jenischcoperta" zu 3 U 9 ß 6 A- 4 Ob von Genua?
In Mützen und Hüten ging in der älteren Zeit ein lebhafterHandel. Ich betrachte zunächst die „Bonetas". Sie wurden inFlandern und in Mailand aus Wolle hergestellt und an beidenOrten werden uns Namen von Bonetenmachern genannt, ja dieWare wird zum Teü auf den Namen des Lieferanten bestellt. 5Die Arbeit wurde angegeben, d. h. in Auftrag gegeben und dieGesellen mußten darauf Vorschuß geben, Provision. 6 Brügge undAntwerpen lieferten nach Venedig, wenn auch nicht für dieGesellschaft, „berete doppie e uguole, negre e pavonazze". 7 DerVerschleiß fand in Saragossa, Valencia (auch in der Botig), 8
1 3, 116. 2 Von Barcelona aus findet sich öfter eine Ausfuhr: 1467 kam, soscheint es wenigstens, nach Barcelona 1 flassada cardada (gerauht) im Wertevon 3& und wurden ausgeführt 6 Stück (= 1 Ballen) im Werte von 21 U 10 ß.1471 betrug die Ausfuhr: 1 Ballen = 3 Stück im Werte von 7 U 10 ß, 2 Ballen= 9 Stück, 1 Ballen=3 Stück, Wert 15 florins. 1473 ging ein kleiner Ballen mit3 flassades cardades blanques im Werte von 5 U 15 sueldos in See (H äbler 406).1477 1 Ballen = 4 Stück, 2 rötlich, 2 weiß, im Werte von 8#. — Ein Ballenflassari wurde 1476 von Valencia nach Genua ausgeführt. Im gleichen Jahrekam ein Ballen von Barcelona nach Avignon, 3, 228. In der Zeit des Sterbensbestellte man von Genua aus keine flassada. Solche nach Mailand einzuführen,lehnten 1505 die dortigen Gesellen ab, 3, 287.
3 Für Paul Schindelin 1 plan Tecklach, für Konrad Humpis 2, AndreasSattler 1 „teklach werduira" (grünwerk). 3, 404. 2 Decken für Veit Sürg,3,345. "3,400. 6 Flandern, 3, 116. Maüand, 3, 256. 6 3, 264, 402; vgl. 3, 56,431.7 Pasi 201. 202. " 3, 5. 87. 90. 106. 108. 150. 186 f. 420.