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106 Neuntes Buch. Waren. I. .Webwaren. 4. Kapitel. § 101
Viertes Kapitel
Wollstoffe und Wolle
§ 101. Tuche. Italienische aus Como und Mailand. Spanische aus Valencia.Perpignaner. Flandrische (Menin, Brügge, Kortryh usw.). Brabanter, Amster-damer, andere. Gemalte Tücher. Englische Tuche, Linner, Worsteds, Bursats,Ostada.
Das am meisten verbreitete und entwickelte Textügewerbe Europaswar damals die Wollweberei. Die Gesellschaft kümmerte sieb nichtum den Vertrieb der damals wenig angesehenen ErzeugnisseSchwabens, es blieb ihr Augenmerk auf feinere Tuchsorten gerichtet,die einen weiten Transport, ohne zu teuer zu werden, ertragenkonnten. Aber auch diese Waren stellten sie nicht etwa in denMittelpunkt des Interesses. Immerhin erfahren wir einiges Neueüber die starke Verbreitung ausländischer Tuche in Deutschland,gelegentlich auch in anderen Ländern. Aber die Gesellschaft gingauch an einzelnen ausgezeichneten Sorten achtlos vorüber.
Italienische Tuche vertrieb die Gesellschaft nur in einer Rich-tung, es handelt sich stets um Comasker Tuche und um Ausfuhr nachDeutschland. 1 Es bleibt aber in allen Fällen zweifelhaft, ob es sichum Stamete handelt. Die Comasker Tuche waren von ganz hervor-ragender Qualität, das folgt auch aus unseren Angaben. Ein Stich-geschäft mit Gryffodin stellte auf die eine Seite 64 U Kermespulver,auf die andere ganze 2 feine Schellentücher, jedes um 165 Mail. %6 ,beide schwarz, eins alla piana, eins stamet. Gryffodin mußte sieerst noch herstellen lassen. 2 Gleichzeitig wurden 5 Ballen Wollean 5 Tuche verstochen, für eins hatte man in dem Konstanzer Dom-kapitel einen Abnehmer, die vier anderen hoffte man an einenKunden in Badolfzell zu bringen. 3 Auf Bestellung scheinen dann1505 2 Saum an die Gesellschaft gekommen zu sein, mehr war nochin Arbeit. In Eavensburg wollte man erst sehen, wie die von stattgingen. 4 Dieser Handel gehört offenbar zu dem Handel mit italie-nischen Luxusstoffen. Aus Mailand stammten vielleicht die zweiBallen, die die Gesellschaft 1505 nach Ravensburg sandte. 5
Von spanischen Tuchen kamen in der späteren Zeit durch dieGesellschaft nur solche von Valencia in den Handel, und zwarausschließlich nach Genua und Savona. 1501 wurden 4 Tuche mitbescheidenem Gewinn verkauft, in Valencia hätten sie einen gutenVorteil dazu zu kommen, 6 1505 wurden wieder Tuche gekauft. ZweiJahre später waren 12 feine Tücher bestellt worden, aber es fand
1 3, 253. Vielleicht waren anderswoher die in Mailand erfolgten privaten An-käufe: Diepold Bucklin 1 Elle grauen Tuches für ZU 10 ß ^, Andreas Sattlerfür 1 Elle rotes Tuch 3 "U 8 ß, Heinrich Humpis für 12 Ellen grau gemengt je3% 10 ß, 3, 254, ein halbes schwarzes Tuch für Thomas im Steinhaus, 3, 3.
2 3, 281. 3 3, 282. « 3, 289. 292. 5 3, 289. 6 3, 273. 29.4. .