Druckschrift 
2 (1923)
Entstehung
Seite
104
Einzelbild herunterladen
 

HM

5

104

Neuntes Buch. Waren. I. Webwaren. 3. Kapitel. § 100

..,■■■ EMw

Dutzend hübsche rote. 1 So ist vielleicht doch an Buckeram, einenfeinen Leinenstoff zu denken.

Sehr schwierig ist der „bomasin samat" zu erklären, von dem1504 Genua nach Valencia vier Stück sandte. 2 So frühes Vorkommenvon echtem Manchester ist unerklärlich, war es Samt mit baum-wollenem Boden?

Genua bestellte 1479 zu Maüand 1 Maaß oder 4 der „wissaschroura di bambax ffin ffin brait zu brachen" — also wohl einbaumwollener Hosenstoff. Man verkauft ihn sehr gut. 3

Für Noffre Humpis kaufte Maüand 1 Elle roten Hosentuchesfür 4 U , auch für Hans Humpis und Veit Sürg. 4

Von Barcelona kamen 1476 zwei Ballen blaues Baumwollgarnnach Martigue. 6

Die Gesellschaft war am Baumwollhandel, der in Venedigseinen Sitz hatte, nicht stark beteüigt, obwohl ja Bavensburg selbstBarchent bearbeitete. Zwar war auch Genua ein starker Einfuhrhafen,und als 1477 dort das Gelieger wieder eingeführt wurde, schriebendie in Genua den Maüändern, sorgfältig auf die dortigen Preise derSorianischen (Syrischen), Griechischen (gregexo) und türkischen(tourckexgo) ein Aufmerken zu haben, und wieviel man im Jahremit Nutzen vertreiben möchte, die beste Zeit zum Einkaufen seiOktober bis Weihnachten, wenn die Schiffe kämen. 6 Und solchegroße Absichten erwachen wieder, als das Sterben in Genua dieZufuhr lähmt. Da war die Karavele Macholan gekommen mit1200 Zentner Schwiaster Baumwolle und als da noch das SchiffBaruto 283 Säcke sorianischer (syrischer) Baumwolle brachte, dieals die beste galt, da meinte man: Gott wolle, die wäre alle inEuren Händen. Ist wenig. Eppishöfer sei gut gerüstet mit Geld,er werde die ohne alle Sorge aufkaufen. Käme Alexius, so möchteman ihm vorfahren. 7 Von wirklichen Käufen hört man fast nichts.So begegnet uns in Maüand ein Geschäft mit einem Genuesen, der17 Sack in Venedig für Korallen eingetauscht hatte, der Zentnerkostete 5 Dukaten auf ein Jahr Ziel. 8 Dagegen kam auch von GenuaBaumwolle nach Maüand (dort 33% daran verdient). 9

Einen erheblichen Handel mit Baumwolle betrieb man, seitdemman in Memmingen sich auf das Barchentgeschäft geworfen hatte. 10In der Zeit vom 8. Dezember 1515 bis 16. Februar 1517 kamen zuMemmingen ins Gewölbe zu den 37 Biegel Baumwolle von Ulm 28,von Lindau 15, zusammen hatte man also 80 Biegel. Davon wurdenim einzelnen zu einem zwischen 19 und 20 fl schwankenden Preiseim ganzen 51 Biegel (mit ungleichem Inhalte) = 66 Quintal 89 Uverkauft und daraus 2313 Ü 7 ß 3 erlöst. 17 Biegel waren an derSchau verworfen und wurden nach Kaufbeuren gegen Barchent

1 3, 300. 2 3, 273. 3 3, 256. * 3, 267. 5 3, 232. 6 3, 255. ' 3, 275 ff.• 47, 14. Es handelt sieh um 17 Sack da Soria. 8 3, 287. I0 Vgl. 3, 461 undSchulte 2, Nr. 289.