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102 Neuntes Buch. Waren. I. Webwaren. 3. Kapitel. § 99. 100
wovon man 10 Ballen bös und gering hatte, war unverkäuflich. 1Genf sollte 1474 roten Mohrenkopf vonChambery kaufen, er war abersehr böse. 2 1477 hatte man noch 20 Ballen Kamracher, die man vonder Hand schieben sollte, auch mit dem Ulmer solle man nicht zuhart sein. 3 Schlechte Ware war auch der Ulmer Mohrenkopf vonCambrai von 1474. Man bat Ulmer weißen in Lyon zu kaufen. 41475 zählte ein Transport 8 Ballen weiß Ulmer und 2 Ballen schwarzUlmer, 1476 5 Ballen. 5 1478 war man in Barcelona und Valenciawieder mit Ulmer, Kamracher und Mailänder überladen, man fandnicht 22 ß um das Stück, es kamen aber noch von Mailand 2 Ballenweiß hinzu, 6 im nächsten Jahre hatte man 9 Ballen Kamracher ohneAussicht auf Lager und ebenso 5 Ballen weiß Ulmer. Nur der Maüänderging von Hand, und hatte man zu den 5 auf Lager—kurz vorher waren7 gekommen — noch 6—8 gebeten, davon 1 ganz weiß.' Aber auchdieses Geschäft täuschte, die Herren rechneten ihnen vor, an demschwarzen Barchent hätten sie bei 92 ß eher Verlust als Gewinn,müßten 100 oder 105 gelten, bei „vergat" bestehe man wohl, man be-stellte keinen deutschen. 8 1480 verlangten die Kastilianer die Ware,so hoben sich die Bestellungen auf 4—6 Ballen Mailänder (daruntereinige weiß und burel), 6 Ballen weiß Ulmer (galt in Valencia 44—45 ß)und 4—6 Mohrenkopf (galt 30 ß). 9 In dem Zollbuche von Valenciaerscheinen 1503: 2 Ballen banbasines und 5 Ballen fustania. 10
Gelegentlich schob man überflüssigen Barchent nach Barcelonaoder Saragossa. 11
Schüwitz hatte man 1507 in Nürnberg, aber Geßler glaubte,man würde ihn besser bei dem eben in Konstanz stattfindendenReichstag veräußern. Es handelt sich wohl um Basler Schürlitz. 12
Der Barchenthandel der Gesellschaft war sehr unregelmäßig. Erwar zu Anfang in Spanien sehr bedeutend, verfiel aber auch inValencia und Saragossa. In dieser älteren Zeit war es wohl vor-wiegend Ulmer und Mailänder Barchent, den man absetzte. Späterkam Memminger Barchent zur Geltung. Auffallend sind die An-käufe von Ulmer Barchent in Lyon, die sich aus der Stellung Ulmszur Gesellschaft erklären.
§ 100. Stamete von Mailand und Como. Berkran. Baumwollsamt. Schroura dibombax. Hosentuche. Baumwollgarn. Baumwolle.
Die Stamete von Mailand (auch Berkran genannt) hatten eineKette aus Lein- oder Hanfgarn und einen Schuß aus Wolle. 13 Siewaren also vielleicht mit den sonst vorkommenden Tiretains identisch.
Die genaueste Kunde haben wir über Sendungen von Mailandnach Ravensburg (1510). In zwei Sendungen gingen 6 Saumlast= 42 ganzen Tuchen, der Einkaufspreis belief sich auf 3792 U
1 3, 23 f. 2 3, 4. 6. 3 3, 58. 4 3, 8, 20. 5 3, 231 f. Vgl. 3, 227. 6 3, 80. 82.90. 7 3, 108f. 149. 8 3, 149f. 9 3,188. 10 3, 531. ll 3, 80. 108. 118. 12 3, 395.13 Cherubini, Vocabulario Milanese.