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Beraubungen und Beschlagnahmen
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rechte heraus. Es würde zu weit führen, alle Fälle hier noch einmalzu wiederholen. 1 Vielleicht gehört hierher auch eine Tat Franzvon Sickingens, der zwar nicht der genialste und tapferste unterden Straßenräubern, dieses Handwerk aber mit Liebe und Nach-druck ausübte. Wenn er 1517 sechs Wagen mit Gut von Kaufleutenaus Augsburg, Nürnberg, Ulm, Ravensburg, Kempten, Isny undLeutkirch, das von Oppenheim aus in pfalzgräflichem Geleite aufdie Frankfurter Fastenmesse gebracht werden sollte, unmittelbarvor Mainz wegnahm, so ist dadurch noch nicht erwiesen, daßgerade Gut der Gesellschaft dabei war.
Sehr viel gefahrenreicher war der Transport auf dem Meere. Dieernstesten Gefahren bot das Mittelmeer mit seinen Korsaren islami-tischen und christlichen Glaubens.
Wir kennen da folgende Fälle von Beraubung. 1408 und 1418Beraubung der Waren Muntprats, in diesem Falle auch Gefangen-nahme, im ersten Jahre auf katalanischem Schiffe. Offenbar hängendiese Fälle mit der Politik zusammen. In den Tagen, als KönigAlfons V. von Aragonien, der ausgezogen war, um das KönigreichNeapel sich zu gewinnen, von der genuesischen Flotte bei Ponzageschlagen und gefangen wurde (1435 August 4.), jagte einemallorcanische Galeere einem Nao von Nizza nach, das also untersavoyischer Flagge segelte, und brachte es, weil die SchiffslastGenuesen gehöre, auf; tatsächlich war sie aber Eigentum derCompanyia de Joushompis und war von dem Vertreter des KonsulsRaphael Ferrer expediert worden. Das Schreiben der Oonsellers vonBarcelona an den Governador und die Jurats von Mallorca hat Er-folg gehabt. 2 Denn auf genau denselben Fall bezieht sich die Ant-wort des Governadors, er habe sofort Gericht gehalten, Schiff unddas Eigengut dem Nizzarder Schiffspatron zurückgestellt und die100 Sack Wolle und 22 Pack Felle auf Bitten eines Deutschen, derdort die Gesellschaft vertrat, freigegeben. 3
Im nächsten Jahre (1436) wurden von einem genuesischen Kriegs-schiffe Waren gekapert, die ein Ravensburger Geselle nach Valenciaund Barcelona gesendet hatte. Die Ballen Blech, Messingdraht undbrüggische Tuche waren anscheinend in Genua auf ein Schiff ge-laden worden. 4
1 Ich. gebe die Hinweise: 1. 1427. Schlesien, oben 1, 453. 2. 1438. HerzogtumSagan, 1, 453. 3. 1443. Rhein. Eechberg—Isenburg. 1, 437. 4. 1451. Schwaben.Dieselben. 1, 508. 5. 1453. Beschlagnahme durch das Baseler Gericht, also keineNähme. Wiss. 1,507. 6. 1457. Schwaben, v. Stein-Russ. 1, 512f. 7. 1458. Be-schlagnahme an der Etsch. 1,512. 8. 1464. Im Heinsbergischen. Beschlagnahme.1,401. 9. 1468. Ebendort. 1,402. 10. 1473. Burgund. Lande. Burgund. Soldaten.1, 516. 11. 1474. Auf der Bidassoa. Franz. Beamter. 1, 379. 12. 1478. NeussoderUmgegend. Am Zoll. 1,427. 13. 1478. S. Pe de Bigorre. 1,381.2,32. 14. 1480.Ebenso. 2, 32. 15. 1501. Aub. Fränkischer Edelmann. 2,35. 2 Capmanyl,225 vom 2.Sept. 1435 (=Heyd 49f.) 3 unten 3, 512f. vom 4. Okt. 1435 (nachdem hier angewendeten calculus Pisamus) = 4. Okt. 1434). * Schulte 2, 159.