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56 Achtes Buch. Handelswege. Transportwesen. Versicherung. 2. Kap. § 91. 92
Dann verschwindet Grünenberg. Da man nach ihm suchen ließ,so war ihm entweder ein Unglück zugestoßen oder der abenteuerndeGeist hatte auch ihn ergriffen. Ein Verzeichnis der Papiere, die erbei sich hatte, liegt noch vor.
Bei seinen Papieren findet sich ein Beichtzettel über die Oster-beichte 1476 und Aufzeichnungen über Arzneien, von denen er inZeit von 16 Tagen eine nicht geringe Menge verbrauchte.
§ 92. Fahrten. Die Gesellschaft benutzt nur südeuropäische Schiffe. Barken,Walfischjäger, Bergantinen, Nefe (Koggen), Galeen, Galeeren, Galeazzen, Karavelen.Die großen Schiffe verschwinden. Bedürfnisse der Gesellschaft und Richtungen derWaren. Die regelmäßigen Galeerenfahrten. Die Venezianer, ihre beiden Linien,Florentiner, des Königs Ferrante von Neapel, von Frankreich. Genueser Schiffe.Fahrten 1479. Bedrohung des Schiffslebens durch Frankreich. — Schiffslohn. Avarie.
Der Einschlag der Fahrten der Bavensburger Waren in die Ge-schichte der Seefahrt ist nicht einfach zu machen; denn es fehltan einer zusammenfassenden Darstellung, und die kleine Einzel-literatur ist ungemein verzettelt. So bleibt mir auch da nichts übrig,als öfters selbst die Bahnen zu suchen und unser Quellenmaterial,verbunden mit den Angaben des Barceloneser Zollbuches, gestattetdie allgemeine Schiffsbewegung einigermaßen zu erkennen.
Die reiche Überlieferung gestattet sogar zu sagen, welche Schiffs-typen die Gesellschaft bevorzugte, und wie sie sich zu den tief-greifenden Beformen stellte, die erst die Entdeckungsfahrten derPortugiesen und Spanier ermöglichten.
Die alten Formen der Segel- und der Buderschiffe waren vonden Mittelmeervölkern mehr und mehr gesteigert; dazu zwang derschon damals erkannte Satz, daß das größere Schiff seine Trag-fähigkeit noch mehr erhöht als seine Tonnage, seine Mannschaftund seine Baukosten — also bilbger arbeitet, und für die bewaffnetenSchiffe kam hinzu, daß die aufgestellten Geschütze für den Bück-stoß stärkere Konstruktionen aufzwangen und diese auch in einemgrößeren Schiffe leichter anzubringen waren als in einem kleinen. 1
Als kleinste Segelfahrzeuge benutzte die Gesellschaft die für denKüstenverkehr besonders gebrauchte „barca", die ein lateinisches,d. h. ein Dreiecksegel an dem einzigen Mäste trug. Die Heimat-häfen sind uns mehrfach bekannt: St. Ffeliü bei Barcelona, Colliureund Agde, aber auch ein kastüianischer, sie werden vor allem fürden Verkehr zwischen Barcelona und der Bhonemündung gebrauchtworden sein.
Das Gegenteü zu diesen an die Küste gebundenen Schiffen bildender balaner, deutsch Balinger, das ist ein Walfischfänger, wie er
1 Vgl. Vogel, Geschichte der deutschen Seeschiffahrt, l.Bd., 1915. Hagedorn,Die Entwicklung der wichtigsten Schifistypen bis ins 19. Jahrhundert, 1914. Albertod'Albertis, Le costruzioninavaliel'arte della navigazione al tempo di CristoforoColombo, Eoma 1893 (Eaccolta... della r. Commissione Colombiana 4,1.) Duro,Disquisiones Nauticas. Jal, Archeologie Navale, Paris 1840, 2 Bde. Capmany.