Druckschrift 
2 (1923)
Entstehung
Seite
19
Einzelbild herunterladen
 

Konkurrenten aus Nürnberg. Münzer, Furtenbaeh u. a.

19

Aber er gab doch auch Aufträge auf Herstellung von Seiden-gewand, und während die Gesellschaft 6 Kisten Seidengewand er-halten, brachte Münzer zu einer Messe nur 4 Kisten, andere Deutschebrachten 7 weitere. 1 Er kaufte einmal in Genua allen Damast auf. 2Aber er betrieb diesen Handel nicht allein, er brachte auch viel rotesgesaigertes Kupfer nach Mailand, 3 schickte von Genua einen Dienernach Bapallo, um Alaun zu kaufen. 4 1513-hatte er auch Safran vonLyon aus nach dem Norden zu transportieren. 5 1515 brachte er ausAragon 3 cargas Safran. 6 1518 starb Münzer, und über seine Erbschaf tentstand ein Streit zwischen Holzschuher und einigen Furtenbachs. 7

Die Familie des Erasmus Furtenbach stammte ebenfalls aus Feld-kirch, Erasmus war ein Sohn der zweiten Schwester der beidenMünzer. Bürger war er zu Feldkirch. 8 Auch er, der mit einigen seinerBrüder eine Gesellschaft hatte, kaufte Safran und ließ ihn von Lyongemeinsam mit dem der Eavensburger den Bhein hinabgehen. 9 Aberauch der Furtenbachsche Handel nach Mailand und Genua war sehrbeträchtlich. 10 Münzerund Furtenbach sind Typen bedeutender kauf-männischer Talente, die sich durch neue Gedanken zur Geltung zubringen wußten, obwohl sie aus einer kleinen Landstadt hervor-gingen. Feldkirch und Nürnberg ehren beide Familien.

Mehrfach werden die Fütterer genannt. 11 Ihr Handel trägt echtNürnberger Gepräge, sie führten Silber, Zinn, Eisendraht, Nadeln,Wachs und Schmirgel aus und erwarben dafür in Mailand Onzgold,in Genua Seidenge wand und Alaun und in Calais englische Tuche. 12Sie trieben gerade nach diesen beiden italienischen Orten Handel. 13

Mit einigem Zögern setze ich die Nachrichten über den Handel derFischer unter Nürnberg. HepFyscher war 1478 beim Safraneinkaufin Aragonien, für Pauli Fischer hatte die Gesellschaft 1480 eine Schuldin Valencia bezahlt. Stephan Fischer kaufte gut und billig in GenuaSeidengewand. Stephan Frixer kommt auch 1468 in Barcelona vor. 14

Die im Safranhandel so bedeutenden Imhof erscheinen in unserenPapieren nicht, 15 sie haben wohl erst später auch über die Pyrenäenihren Handel erstreckt. Von den Breunlin, die in Italien häufigerauftauchen, ist nur einmal die Bede. Brunly führte Adel gesponnenGold von Genua nach Frankfurt und Nürnberg und half der Gesell-schaft beim Verkaufen. 16 Schließlich ist auch hier der GesellschaftKoler, Kreß, Saronno zu gedenken, deren Haupt Jörg Koler aus derEavensburger Gesellschaft ausgeschieden war. 17 Ambrosius de

1 Unten 3, 305. Vgl. auch 3, 297. 377. 2 3, 316. »3,287. 4 3, 297. '3,217. 3, 219. ' Locbner 98-106. 8 Lochner, S. 99. Die Familie blieb zum Teilin Feldkirch, andere Zweige in Lindau, Leutkirch, Memmingen, Ulm, Augsburgund Danzig. Auch Ulrich im Graben war mit den Münzern verwandt, wie Hiero-nymus Neukomm von Lindau. 9 Unten 3, 217. Schulte 2, 60. 10 Schulte],660. " Vgl. auch Schulte 1, 660. 12 Unten 3, 277. 287. 291. 300. 306. 442.13 Städtechroniken, Nürnberg 1, 218. 14 Unten 3, 95. 270. 360. 386. 523. «Vgl.jedoch 3, 408. Peter im Hoff. 1G Unten 3, 362. Schulte 1, 660. " Schulte Iund II, mehrfach s. EegLster.