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2 (1923)
Entstehung
Seite
18
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lg Siebentes Buch. Kriseln. Gesellschaften Ausgeschiedener. Konkurrenten. § 86

war kein Pilger, sondern ein naturwissenschaftlieh wie kaufmännischgebildeter und interessierter Mann von offenem Blick und von Geist.So mancher kleine humanistische Versedrechsler und lateinischeStelzenläufer hat das Augenmerk auf sich gezogen, dieser geistig her-vorragende Mann hat erst in den letzten Jahrzehnten Freunde ge-funden, die seine wahre Bedeutung mehr und mehr entschleierten. 1Er war mehr als viele der berühmtesten seiner Zeitgenossen,;

Er war einst mit seinem Bruder aus der Vaterstadt fortgezogen.24 Pfennige hatten sie, 6 behielt Hieronymus, 18 gab er dem Bruder,denn der wollte ja Kaufmann werden. 2 Der magister artium ver-diente zu Leipzig 400 fl, davon lieh er einem Schwager daheim 150 flund ebensoviel dem Bruder. Der verlor sein Weib im Kindbette unddann alles, was er erworben. Da ging er zu seinem Bruder, der in-zwischen in Nürnberg sich als Arzt niedergelassen hatte, und derbürgte für ihn um Messing, Draht, Wachs und anderes, richteteihm in Nürnberg 7 Jahre den Handel aus und ließ ihm alle Gewin-nung.Danach legte ich mein Geld zu ihm und haben gehandelt mit-einander 24 Jahre, und so ist er zu solchem Beichtum gekommen,daß er unsern Handel allein mag führen und hat mich aus der Gesell-schaft gekauft und gibt mir 13 793 fl. . . Gott gebe, daß es ihmwohl gehe." Das war 1507. Ein Jahr später ist er gestorben. Seineeinzige Tochter vermählte sich mit jenem Hieronymus Holzschuher,den Albrecht Dürer durch seinen Pinsel unsterblich machte.

Und nun zu Ludwig Münzer. 3 Wir erkennen ihn als einen Handels-mann, der unermüdlich reiste, um schnell einzukaufen und ebensoschnell wieder zu verkaufen. Kleiner Nutzen und rascher Umsatzwar sein Prinzip. Er brachte nach Genua Silber, verdiente daran 4% flegte es an Seidengewand an, gewann daran 5 bis 6 % und wieder-holte das zum mindesten drei- bis viermal im Jahre, 4 das ergibtwenigstens einen Nutzen von 28 y a %. Und dann heißt es wieder, erkommt alle Monate mit 2000 bis 3000 Dukaten und legt die an Seiden-gewand an. Dabei hielt er kein Gelieger in Genua, so meinte dann dertüchtige Eavensburger Vertreter, sie, die immer da seien, würdenimmer besseren Einkauf haben. 5 Aber die Gesellschaft disponierteanders über ihr Geld. Sie hielt sich an die Frankfurter Messen, derMünzer aber verkaufte mehr in den Zwischenzeiten und er führtebessere Ware. 6

1 Vgl. Jos. Fischer, Der Nürnberger Arzt Dr. Hieronymus Münzer (f 1508)als Mensch und Gelehrter. Stimmen der Zeit 06, 148168. E. Staub er, DieSchedeische Bibliothek. Studien und Darstellungen aus dem Gebiete der Ge-schichte 6, Heft 2, 3. Dazu H. v. Grauert im Hist. Jahrb. d. Görres-Ges. 29,315ff. Lochner, Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit 22 (1875), 77ff.Kunstmann, Abhandlungen d. Akad. zu München 7. Pf an dl, ItinerariumHispanicum Hieronymi Monetarii 149495.. Eevue Hispanique 48 (1920). Diesonstige Literatur bei Fischer. 2 Nach seinem curriculum vitae im German.Museum. 3 Vgl. auch Geschichte der Stadt Lindau 1, 229 (kirchliche Stiftung von1512). « Unten 3, 299. 5 Unten 3, 315. 6 3, 377.

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