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10 Siebentes Buch. Krisen. Gesellschaften Ausgeschiedener. Konkurrenten. § 85
sich die Erwartung, daß die Ankenreute ihre Gesellschaft wieder indie alte aufgehen lassen werden. Schon im Februar 1507 schreibt einerfahrener Geselle von Genua: „Wenn es nun mit den Ankenreuteein Ende hätte, so würde es besser werden. Sie haben schon 3 Ballenim Hause für uns." 1507 ist es allerdings noch zu keinem Ende ge-kommen. 1 Noch Dezember 1507 läuft ein Wechsel, den die Anken-reute zu zahlen hatten. 2 Aber die Auflösung der neuen Gesellschaftdauerte noch 1511 an. 3
Nach den Bavensburger Steuerbüchern zu urteilen, hat die neueGesellschaft wohl ihre Leute ernährt, sie aber nicht mit Schätzenüberhäuft. Man hatte sich Konkurrenz gemacht und sich gegen-seitig geschadet, vor allem wohl in Spanien beim Safran.
Auch die Ankenreute-Gesellschaft hatte einen Jahrtag, er wurdeam 16. Dezember in der Liebfrauenkirche begangen. 4 Daneben hatteKlemens der Ältere eben dort reiche Stiftungen gemacht.
Die Ankenreute-Gesellschaft duldete es, daß einzelne Mitgliederauch Kommissionsgeschäfte für andere Gesellschaften übernahmen. 5So erscheint Klemens Ankenreute 1494 bis 1496 als Kommissionärder Ulmer Handelsgesellschaft von Wolfgang Eerber und JakobEhinger dem Jüngeren. Er entlastete deren Faktor Wolfgang amGraben, einen Feldkircher, der mit dem Transporte der Waren zutun hatte und in Barcelona, Valencia und in Lyon Geschäfte besorgte.Zweimal rechneten Wolff am Graben und Klemens ab, das erstemalin Saragossa am 21. März 1495, das zweitemal zu Albalate delArzebisbo bei Alcaniz am 2. August.
Klemens hatte den Verkauf von folgenden Waren übernommen:79 1 / 2 Stück deutsche Leinwand (12 1 / 2 von Isny, 67 von St. Gallen, diePreise steigen, nach Saragossa gelegt, für die cana von 4 ß 6 Jaquesesin Stufen bis auf 7 ß 10 diners). Erlös für 68 Stück 542 Äf — ß 10 ,5,. —19 Stück espinalts (Leinwand, das Stück = 58/?). Erlös 61». —5 Stück Barchent von Maüand de 3 papes (das Halbstück = 50/S).Erlös 24 U 14 ß. — 20 Halbstücke Barchent von Augsburg (pardillo[braun], löwenfarben und schwarz, das Halbstück = 37 ß, an anderenStellen als von Memmingen bezeichnet). Erlös 39 U 6 ß. — 58 Dutzendgroße Messer fein (= 5 ß 5 ^ das Dutzend, in Lyon das 1000 = 23 fl rh.).
— 21 Dutzend mittel Messer (ganivets redons contrafetts mit runderSpitze) = 3 ß Dutzend, in Lyon das Groß = 34 §° de rey. — 10 Dutzendgerbetta ffina oder zipressin messer (ebenso). — 8 Dutzend ganivetssobre grans del puy, große Messer von puy, d. h. Messer mit einer festenHandhabe, Dutzend == 7 ß. — 12 Dutzend große Messer del puy = 5 ß.
— 31 Dutzend Mittelmesser del puy = 3 ß. — 24 Dutzend kleine Messer
1 3, 302 f. 2 3, 213. 3 Einzelne Papiere eines jungen Teilhabers in Stuttgart.Vgl. auch Schüttle in Schriften d. Ver. f. Gesch. des Bodensees 38, 56. 4 Anni-versar auch Jan. 23., mit der Jahreszahl 1511, also wohl bei der Auflösung gestiftet.* Ganz zweifellos ist es übrigens nicht, daß Klemens Teühaber der Gesellschaftwar, als deren Hauptvertreter in Saragossa Ulrich Wiesland neben KonradGeldrich und Antoni Ankenreute erscheinen, mit denen er im besten Einver-nehmen stand.