ifeftffiä?
Die Mötteli-Gesellschaft 5
und Bavensburg 1 sowie Barchent, 2 dessen Herkunft nicht fest-steht, ans.
Die Gesellschaft kam mit dem Personale, das die Familie darbot,nicht aus, da findet sich außer den genannten noch ein Hans derältere Möttelin. 3 Die übrigen Diener: Erhart in Almeria, 4 LudwigHaben, 5 Oswald Holzmüller, 6 Heinrich' und Ulrich Leman, 8die wohl aus dem einst möttelischen Arbon stammten, 9 HansMancz, 10 Konrad Wissach u und Ulrich Zähender 1Z sind alle, so vielich weiß, nicht Glieder angesehener Familien; sie waren wohl aus-nahmlos nicht durch eingelegtes Kapital beteiligt, sondern An-gestellte. Daß das ganze Kapital der Gesellschaft von den Mötteligestellt wurde, scheint mir auch daraus zu folgern, daß der Prozeßgegen die drei jüngeren Mötteli, deren Gut noch ungeteilt war, über1174 fl rh., darunter auch Posten wie Kassendefekte bei der Ab-rechnung, nicht im Jfamen der Gesellschaft geführt wurde, sondernim Namen der beiden älteren Mötteli, Budolf und Lütfried. Es istalso ein erheblicher Unterschied gegenüber den Bavensburgern vor-handen.
Hatte die Gesellschaft große Erfolge? Der einzige Gradmessersind die Steuern, die Lütfried in St. Gallen zahlte, sie steigen von1454: 6& 6ß ^ (=2520^ Vermögen) 1460 auf: 16 & 13 ß 4 $(■-= 6600&) an, 1474 erreicht er 20 U {■-■= 8000&). 1480 versteuerteer 13320^, 1481 aber nur 8000 U. 13 Das war mehr als das Fünf-fache zu Anfang. In 26 Jahren ein sehr erheblicher Gewinn.
Aber mit dem Tode Lütfrieds erlosch wohl die Gesellschaft,mindestens haben wir weiter keinerlei Kunde mehr von ihr. Löstesie sich auf oder ging sie in eine andere Gesellschaft über, etwa indie Zollikofer? Wir wissen es nicht oder wenigstens noch nicht.
Der Beichtum, den die Mötteli gewonnen hatten, lebte aber imGedächtnis fort, noch heute redet man im Thurgau von ihremBeichtum, und Legenden knüpfen sich an das Geschlecht talentvollerMänner, das eigenwillig dem Handel den Bücken gekehrt hatte.
Über die Krise, die der Handel mit Mörlin heraufbeschwor, istschon in anderem Zusammenhange gehandelt worden. 1 *
§ 85. Die Ankenrcute-Geselhcnaft. Gründe des Ausscheidens. Vertrag. Streit.Keine neuen Gedanken. Verbreitung. Einkauf und Verkauf. Regierer. Mitglieder.Erfolg. Auflösung. Stiftungen. Klemens Ankenreute und die Gesellschaft Ferber-
1 Unten 3, 83. 157. 2 Unten 3, 229. 3 Durrer 49, 24. 26. 4 Unten 3, 103.5 Dürr er 49, 29. 8 Ebenda 22. ' Ebenda 29, unten 3, 229. In KonstanzerSteuerbüchern 1477—1484 (2100+ 3110) ein Heinrich. Leman, als zünftiger imBäte zwischen 1457 und 1485. Aber wohl ein Goldschmied. 8 Ebenda 25f.,unten 3, 406. 408. ' Leman finden sich auch in St. Gallen. In Arbon aber mitilem Namen Ulrich. St. Galler U.-B. 5, 100. 10 Dürr er 22. " Ebenda 24. War1425 Bürger in Eavensburg geworden unter Bürgschaft von Bürgermeister ItalHumpis und Hans Wägelli. Mem. U. L. F., Jul. 16. ,2 Ebenda 24. 13 Ebenda48, 139 f. 1« Oben S. 510—513.