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2 (1923)
Entstehung
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Die Mötteli-Gesellschaft 3

Bürger und erseheint 1454 also unmittelbar nach der Begründungder neuen Gesellschaft in St. Gallen, wo er von 1467 bis 1479Batsherr war. In seiner Bavensburger Zeit war er auch in Bar-celona. 1

Aber auch ihn ergriff die Sehnsucht nach herrschaftlichem Besitze,dazu bot sich der Anlaß, da die an den Freiherrn von Hohensax ver-heiratete Tochter Eudolf s, Ursula, nach dem Tode ihres mit Schuldenbeladenen Mannes ihrem Oheime 1464 die Herrschaften Frischen-berg und Forsteck verpfändete. 1474 trat er aber, des ewigen Streitesmit den Appenzellem müde, sein Pfandrecht an die Stadt St. Gallenab. 1481 starb Lütfried. Er hatte wohl auch schwere Verluste imHandel gehabt; denn seine Steuer ging merklich zurück. Sein BruderfandLutpfrid wer notturfftig nach sinem handel und hushaltenmit vogty zu versehen". 2 Um die Erbschaft des kinderlos Ver-storbenen stritten sich die Erben seiner Frau und seine Bluts-verwandten, und die Sache kam an den Kaiser.

Aus den nächsten Generationen gehörten der Bavensburger Ge-sellschaft vielleicht noch zwei an. Von den drei Söhnen des obengenannten Hans können noch die beiden ältesten nach DurrersBerechnung dort noch ihre Lehrzeit durchgemacht haben: Jörg,der nicht weiter als Kaufmann hervortritt und Hans, der dritteBruder Eudolf diente schon in der Mötteli-Gesellschaft. Doch warendiese Kauf leute wider Willen, und daraus erwuchs ein mächtigerProzeß, in dem Hans sehr übel herumgezogen wurde. Er stritt sichmit seinen Oheimen aufs gründlichste herum, von denen er behauptete,sie hätten ihn zu der Lehre gezwungen. Und zum Kaufmann wardieser Jüngling auch nicht geeignet, der die Faktoren der Gesell-schaft anborgte, Geld der Gesellschaft auslieh, auf Kosten der Ge-sellschaft Geschenke machte und Gastmähler abhielt, angeblich umsich dadurch eine reiche Ehefrau zu verschaffen. In Barcelona undSaragossa, in Valencia und in dem damals noch maurischen Granadahatte er und sein jüngerer Bruder Eudolf gelebt; Hans hatte esauch so weit gebracht, daß ihm die Eechnung eines Geüegers an-vertraut wurde, wo ihm dann 300 rh fl 7 ß 3 2\ an der Eechnungfehlten.

Hans, aber auch sein älterer Bruder Georg, wie sein jüngerer Eu-dolf hatten ein für einen jungen Kaufmann großes Sündenregisterin dem Prozesse zu vertreten, der uns so viele Einblicke in das Ge-schäft der Mötteli verstattet. 3

Mit Lütfrieds Tode 1481 verschwindet die Mötteli-Gesellschaft.Die weitere Geschichte des Geschlechtes, das um 1622 ausstarb,berührt uns nicht, so reizvoll sie ist. Das streitsüchtige Geschlechthat seinen Eeichtum nicht vertragen, es wandte sich dem Junkertum

1 Man darf auf ihn wohl die Bezeichnung Jofre Metir deuten, der in einernach Firmen geordneten Barceloneser Eechnung 14251440 unter den Humpissteht. - Durrer 48, 151. 3 Die Aktenstücke Durrer 49, 2239.

HMMgl