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2 Siebentes Buch. Krisen. Gesellschaften Ausgeschiedener. Konkurrenten. § 84
Die Abspaltung hat nach Dürrer 1453/1454 stattgefunden, daaber 1458 einer der alle drei Jahre stattfindenden Eechnungstagestattfand, 1 darf man wohl das Jahr 1452 als das der Trennung an-nehmen. Der alte (wahrscheinliche) Eegierer der Gesellschaft Eudolflebte nicht mehr. Von den Mötteli blieb Klaus, wenn er überhauptnoch lebte, der Gesellschaft treu; denn seinen Sohn Walther findenwir dauernd in Eavensburg in der Gesellschaft. Auf diesen Zweigist hier nicht näher einzugehen. Aber mit den anderen Söhnen Eudolf s,mit Hans, Eudolf und einem unehelichen Bruder Lütfried steht esanders. Hans war 1425 Bürger in St. Gallen, er war Pfandherr derbischöfbch-konstanzischen Stadt Arbon und als solcher wie alsGatte einer Truchseß von Diessenhofen fühlte er sich mehr als einadliger Herr, bis ihm unvermutet eines Tages das Lösegeld ausge-zahlt wurde und er nun wieder erst zuBuchhorn, dann zu St. Gallensaß, 1453 starb er, also im Jahre der Ablösung der Gesellschaft. Vonirgendeinem Anteile am Handel wissen wir nichts, in seiner Jugendwird aber auch er ihm wohl nachgegangen sein.
Sein Bruder Eudolf aber machte seine Lehrzeit in Avignon unddann wohl in spanischen Geliegern der Eavensburger Gesellschaftdurch, wo er sich es angewöhnte, statt w:v zu schreiben. 2 Er warein äußerst unsteter Herr, von großen Fähigkeiten, 1435—1438 warer Bürger zu Eavensburg, 1441—1447 zu Buchhorn. 1448 wurde erunterBürgschaft von Jos und ItalHumpis wieder Bürger von Eavens-burg. Von 1435—1444 betrug nach jüngeren Lindauer Angaben, dienicht unglaubwürdig erscheinen, sein Anteil an der Gesellschaft16000—18000 fl rh. Dann nach der Begründung der Mötteli-Gesell-schaft wurde Eudolf 1458 Bürger in Zürich und erwarb im gleichenJahre den einstigen Sitz der Freiherrn von Eegensberg die BurgAlt-Eegensberg mit der niederen Gerichtsbarkeit. Auch hier behagte esihm nicht, er wurde 1463 Bürger in Luzern, was er bis 1471 blieb,1465 wurde er auch zum Landmann der beiden Unterwalden ange-nommen, der reiche Kaufmann war überall willkommer], 1470 ließer sich in Stein am Ehein nieder und zog nach neuem Streit 1475nach Lindau. 1475 zahlte er in Eavensburg für alle vergangenenSteuern 120 fl. 1482 beschloß er ein ruheloses Leben, voll Hader undKämpfe. Prozesse ohne Ende bezeichnen seinen Lebensweg, der ihnauf Grund kaiserlicher Verfügung noch zuletzt mit seinem SohneJakob zu Lindau ins Gefängnis gebracht hatte. Seine Gattin warWalpurg Muntprat, die Tochter des 1422 gestorbenen reichen HansMuntprat (13) und der Agathe Humpis (14). Er hatte sich also vonden beiden anderen führenden, ihm nahe verwandten Geschlechternder Gesellschaft getrennt, wohl in gekränktem Ehrgeize.
Sein außerehelicher Bruder Lütfried Bregentzer, Eudolf Möttelindes Alten lediger Sohn, wurde 1435 in Eavensburg unter Bürgschaftvon Ital Humpis dem Älteren und Euf Möttelin, seinem Bruder,
1 Oben 1, 56. 2 Durrer 48, 103.