518 Sechstes Buch. Handel Dach Landschaft. VI. Eidgenossenschaft. 2.Kap. § 83
sam die Beziehungen der Städte zum Eeiche, man hielt die Eid-genossenschaft noch für einen Teil des Eeiches. Stein am Ehein, daseben eine Eeichsstadt geworden war, trat 1459 mit Zürich auf 25 Jahrein einen Bund, und wurde dann ganz zürcherisch. Die Stadt St.Gallenaber ward 1454 ein zugewandter Ort der Eidgenossenschaft.
Alles das war kein rechtlicher Grund, um die nunmehr eidgenös-sischen Bürger aus der Gesellschaft herauszubringen. Doch dieStimmung zwischen den Eidgenossen und den Schwaben wurdeimmer schärfer, durch manches Schimpfwort verbittert und dannkam es im Schwabenkriege zum Kampfe und zur Niederlage derSehwaben. Konstanz hatte gezögert, sich dem Schwäbischen Bundeanzuschließen. Im November 1498 hatte es den seine Zukunft be-stimmenden Schritt getan. Konstanz stand gut mit den StädtenZürich und Bern, aber die Bauernkantone waren im Judenkriegevon ihnen nicht ausreichend gehemmt worden, und das entschiedvor allem.
Im übrigen verschwanden die Teilhaber und fanden keinen Ersatz.Zuerst im fernen Freiburg, in Bern, in St. Gallen, von den Zürchernhielt Hans Kloter im Schwabenkriege die Eechnung in Genua, erhielt bis fast an sein Lebensende dort aus, und der Luzerner Harten-stein blieb seinen Dividenden treu. Die anderen waren ausgewanderteKonstanzer.
Es ist eine Verschiebung, die sich auch sonst findet. Die großenoberdeutschen Handelsgesellschaf ten von 1510 bis 1540 zählten keineeingeborenen Schweizer in ihren Eeihen, wohl aber sicherten sicheinige dadurch, daß sie ein schweizerischer Bürgerrecht erwarben.
Sie wollten eine politische Deckung haben, wie sie die Bavens-burger so lange und so oft genossen hatten. Es ist doch ein furcht-barer Zustand in unserem Vaterlande gewesen. Für den deutschenKaufmann, auch wenn er Eeichsstädter war, bot der Kaiser seltenDeckung. Die Fürsten und der Adel waren ihm eher feindlich alsfreundlich gesinnt. So war ein Schutz durch die Eidgenossenschaftvor allem in Frankreich, Savoyen und Italien höchst willkommen,aber die Gesellschaft brauchte dazu einflußreiche Mitglieder in denStädten, die auf der Tagsatzung Stimme führten. Der Verlust derVertretung in St. Gallen gab auch einen sehr wesentlichen Ankaufs-markt ganz in die Hände von Konkurrenten. Gelegentlich konnteein Glied der Gesellschaft der Eidgenossenschaft erheblich Diensteerweisen, so wurde 1514 Moritz Hürus, der einst in Flandern eng-lische Dinge kennen gelernt hatte, von ihr zu König Heinrich VIII.nach Harwich als Gesandter geschickt. 1
1 Chronik d. Valer. Anshelm 4, 12.