250 Sechstes Buch. Handel nach Landschaften. I. Italien. 2. Kapitel. § 36
i 1
RtSs
H m
geschickt hatte, 1 für Saragossa 1471 ein unbestimmtes Quantum, 2ein Stück gestreiften Barchent. 3 Auch 1506 hatte man einen Vor-rat.* Für Valencia 6—8 Ballen auf jedes Passagie, 5 dann regel-mäßige Aufträge; 6 neben schwarzem hatte man auch etwa einViertel weiß und einige Stücke grauen Barchent, mit den farbigenund gestreiften vertrieb man die schwarzen. 7 Am gestreiften machteman einen guten Gewinn 8 und namentlich in Saragossa galt er. 9
Auch in Genua verkaufte in älterer Zeit (1479) der Faktor flottdie schwarzen Barchente, er wünschte die mit einem Greifen ge-zeichneten, beschwerte sich aber über die ungleiche Arbeit, derErzeuger setzte nun drei Engel als Zeichen darauf, während sie nurdie Güte für zwei Engel hatten. 10 Die schwarzen wurden vorwiegendin Genua von „Kuratzern" gekauft, dienten also dazu, die strahlendenPlattenharnische zu verbrämen. 11 Weiße: schrouradi bambax, dieeinmal für Genua gekauft werden, sind wohl baumwollene Hosenstoffe.
Wolltuche, abgesehen von den billigsten, einzuführen, war seit1454 verboten, das alte Mailänder Wollgewerbe, aus dem der einzigeHandwerkerorden, die Humiliaten, hervorgegangen war, solltekeine Schädigung erfahren. Die in den Papieren der Gesellschafterwähnten Tuche können alle Comasker gewesen sein. Dahingegenkaufte man gern Stamette (Leinenaufzug und wollene Kette) inmehreren Farben, und die Vornehmsten der Bavensburger ließensich für ihre roten Hosen den Stoff aus Mailand kommen. 12 Einmalgingen mittelfeine Tuche (pannetti) nach Valencia. Wie die Ge-sellschaft Gelegenheit nahm, aus Spanien Wolle einzuführen, wirdin dem Abschnitte über die Waren darzustellen sein.
Unter Filippo Maria wurde 1442 die Seidenweberei in Mailanddurch einen Florentiner eingeführt, der Versuch glückte vollständig,1460 wurde die Einfuhr von Stoffen aus Seide, Gold und Silber ver-boten, 13 und gleichzeitig bildeten die mercatores auri argenti etsirici eine Zunft der Händler für die Bohmaterialien dieser feinstenaller Gewebestoffe, sie regelten aber auch die Fabrikation und be-stimmten die Maße der Damaste und Brokate. 14
Aus der älteren Zeit haben wir keine Nachrichten über Ankaufvon Mailänder Damasten, erst mit 1500 setzen sie ein, und bei demhohen Preise und dem geringen Absatz war man immer bei dieserWare zaghaft. 15 Das gut ebenso von den Samten, deren man trotzdes höheren Preises aber doch mehr kaufte, da mußte man für die
1 3, 79. Vgl. 3, 143. 2 3, 5. 3 3, 2. 117. 124. 140. 158. 172. 193. 273. 281.* 3, 242. 5 3, 172. 188. 6 3, 58. 82. 90. 106. 150. 158. 261. 288. ' 3,109,117. 8 3,150. 9 3, 193. 242. 244. Man führte ihn mit einem und drei Streifen. " 3,256 f.Über die persönlichen Zeichen der Barchentweber vgl. Archivio stör, lombardo29, 1, 222. '"3,257. Barchent von 3 Engeln 3, 267. Vgl. Anzeiger f. Schweiz.Geschichte (1920), S. 230. 12 Das Nähere unter Waren. 13 Schulte 1, 568;ebenso 1499, Gaddi 2, 940. M Malaguzzi-Valeri, La Corte di Lodovicoil Moro (1913), 1, 164 f. Verga, Archivio storioo lombardo 30, 1, 67. n DasNähere unter Waren.