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1 (1923)
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Weitere Spenden. Ihr Sinn. Beziehungen zur Kunst

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§ 32. Beziehungen zur Kunst. Grabsteine für Henggi Humpis und drei Munt-prats. Das Porträt Oswald Krölls von Albrecht Dürer. Das Heinrich Eimers. DieAusmalung des Hertensteinschen Hauses durch Hans Holbein den Jüngeren. Herten-steinsche Porträts. Liste der Tafelbilder mit Porträts bis 1499. Anteil der Kaufleute.Ihre Bedeutung für die Anfänge der Porträtkunst.

Wir streiften soeben schon die bildenden Künste. Es lohnt sichwohl, den Beziehungen der Gesellen zur Kunst näher nachzugehen.

Das älteste steinerne Bild eines deutschen Kaufmanns ist schonoben S. 19 in Wort und Darstellung vorgeführt worden, es gehörtin die Frühzeit der Gesellschaft.

Von anderen Grabdenkmälern ist uns, wenn auch in seinemoberen Teile erneuert, das des Hans (IV) Muntprat (Zum Kemmel)erhalten, des einzigen Konstanzer Bürgers jener Zeit, der vomDomkapitel die Erlaubnis erhielt, im Dome bestattet zu werden.Der Grabstein trägt in der Mitte in prachtvoller Punzarbeit dasWappen der Muntprat, in den vier Ecken wiederholen sich dieWappen der Muntprat und seiner Ehefrau Osanna von Helmstorf.Jetzt trägt die Tafel die Jahreszahl MOCCCL, es hat aber einst daMCCOCLXXXVII gestanden^

Die Herkunft dieser Arbeit kann nicht zweifelhaft sein, sie warin Nürnberg geschaffen, denn 1478 bestellten die Erben Ludwig (III)Muntprats Zum Leithund (Spiegelberg) bei den Nürnberger Gesellenauf einen Grabstein zwei große Schilder nach Muster und vierkleine Schilde, so an die Ort gehören, derer sollen zwei sein von denHunden (Humpis) und zwei von den Lilien (Muntprat) und daß sieausgestochen oder ausgeschroten,wie die ain schinbarten", seien. 2Verstehe ich die Stelle richtig, so handelt es sich um Gravierarbeitenaus Kupfer oder Messing, die sich mit Meißel und Grabstichel leichterbearbeiten lassen als Bronze. Wenn unterSchinbarten" die Nürn-berger Schönbartmasken vorgesehen sind, so sollten die Wappen zumTeü so durchstochen sein, daß der Grabstein durchschimmerte. Mandenkt unwillkürlich zunächst an die Werkstätten der Vischer inNürnberg, die ja bald, namentlich den Norden und Osten Deutsch-lands mit Grabplatten versorgte, allein sie war damals erst in ihrenAnfängen. 1453 war Hermann Vischer der ältere Bürger von Nürn-berg, der wohl meist Entwürfe machte, wie später Peter sie denRotschmieden gab.

Bald darauf fragten die Nürnberger Gesellen an, ob sie die Schildefür Rudolf Muntprat selig geradeso machen lassen sollten wie fürLudwig. 3 Beide Grabsteine sind nicht erhalten. Diese Metallschildewaren ein vornehmer Schmuck, und doch war der Grabstein dieArbeit zweier Städte, Konstanzer Steinmetzen und Nürnberger

1 Abbildung in der Zeitschrift Alt-Cons tanz 1,58; vgl. die Kunstdenkmälerdes Großherzogtums Baden 1, 178. 2 Unten 3, 338. Unter der ÜberschriftFastenmesse. Es kommt also auch Frankfurt in Frage. 3 3, 340. Memoriaper Nerdlingen.

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