Seelenstimmungen der Kaufleute und ihrer Söhne
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Befähigung ihrer Söhne und Enkel, das mühselige Leben eineswandernden Kaufmanns zu führen. Und die Söhne verraten nichtselten die Züge der heutigen. Die Ermahnungen an die jungenSöhne vornehmer Handelsherren haben wir oben kennengelernt.Sie waren oft genug vergebens.
Burgen und Schlösser zu erwerben war die Sehnsucht vieler, undwer noch Höheres erreichen konnte, strebte wohl nach Gerichten.Fast am erfolgreichsten waren die Mötteli, die ja — nach dem Aus-scheiden aus der Eavensburger Gesellschaft — Wirren und Unruhengenug stifteten und sich so sehr als Landadlige fühlten, daß sie denetwas spöttischen Namen Mötteli gegen den selbsterfundenen vonEappenstein eintauschten, aus den Sattlern wurden Herren vonCroaria.
Jos Humpis schreibt in dem Bechnungsbuche für die Kinderseines Bruders sebg offen seine Gedanken nieder. ,,Er habe nun-mehr (1516) ob 30 Jahre dem Kaiser gedient, der ihn zum Vogtein Neuburg gemacht hatte, er sei den Ehren und Kriegen nach-gezogen und darum habe er die Privilegien für die eigenen Gerichtegebeten" — er konnte sich jetzt rühmen, eines Prangers und einesGalgens Herr zu sein. „Etliche Humpis," — fährt er fort, „sitzenzu Bavensburg im bürgerlichen Wesen, die ich aus der Stadt nichthabe bringen können. Edel zu sein" — und er stammte ja in derTat von alten staufischen Dienstmannen ab — „und in den Städtenbürgerlich zu sitzen, ist in Schwaben unter dem Adel nicht Brauch.Deshalb habe ich erbeten und erhalten die Änderung der Wappenund Namen und auf die Neffen ausgedehnt." 1
Der Nachkomme der großen Begierer der Gesellschaft schämtesich seines Geschlechtsnamens und nannte sich nach der freilichrecht stattlichen Burg Batzenried, deren Trümmer noch deneinstigen Glanz beweisen, 2 und wenn er auch die drei Hunde seinesWappens nicht dahinten Heß, so wurden die Farben gewechselt, undim quadrierten Wappen standen in zwei Fällen Bösen. 3 So war erwohl gesichert davor, bei einem Turnier abgewiesen zu werden. Undlängst war er der Adelsvereinigung von Sant Jörgen Schild bei-getreten.
Aber er war konsequent, bei seinem Tode (1523) hinterließ erkeine Einlage bei der Gesellschaft; 11 000 fl hatte er in die Burgverbaut, für 1200 einen Fischweiher, wie sie die Natur so oft imalten Moränengebiete des Allgäus darbietet, angelegt und für 300 flein Wirtshaus gebaut, 4 und nun geboten seine Erben, denen er auchdie Freiheit von fremden Gerichten überlieferte, über einen Miniatur-staat, sie waren reichsunmittelbar geworden.
1 Eechnungsbuch für die Wetzelrieder Linie 1502—1518 fol. 15. 3 Kaiserl.Privileg von 1513. 3 Königl.. Privileg für Jos u. Jakob Gebrüder von 1496.4 Rechnungabuch für die Oberschloßlinie von 1523 ab. Beide Rechnungsbücherim Archive zu Ratzenried. Lad. 77, weiß.
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