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1 (1923)
Entstehung
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128
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128 Drittes Buch. Organisation und Technik des Handels. 3. Kapitel. § 19

Tage ein Bube gewesen. Und, liebe Freunde, seht darein; seidnicht so gierig viel zu verkaufen und daß es richtig sei. Und obEuch bedünken wollte, daß einem das Haupt wehe tue, so kommtnur hübschlich von ihm. Man hat vor Zeiten auch neue Kundenaufgezogen, aber man fing mit 30 bis 40 t6 an und nicht mit 400bis 500. Darum sehet darein, denn nichts mag uns so wehe tunals böse Schulden." 1 Derartige Gedankengänge entsprechen einemGeschäfte von altbewährter vorsichtiger Praxis, und wir habenden Eindruck, daß der Kundenkreis der Gesellschaft rechtstabil war.

Bei aller Vorsicht kam es doch auch mit den besten Kunden zuStreitigkeiten. So in Valencia mit den Massipas. Da wollte manfest bleiben. „Man muß ihnen cara parieren (ein festes Gesichtaufsetzen), sonst meinen sie hintennach, wir müßten tun, was siewollen. Sie klagen noch sehr, aber der Friede ist gut zu machen." 2Die Preise hingen auch von der Zufuhr anderer Kaufleute ab.Da war Valencia einst mit Garn von Audenarde überladen undsteckten alle Winkel davon voll. 3 1480 fürchtete man, daßflandrische Waren zuhauf nach Saragossa kämen und eine stacade botiga einträte und Geld darauf verläge. 4 Ein anderes Malfehlte es in Saragossa sonst an Leinwand „des sollten wirbillig genießen am Verkaufen, denn man muß schneiden, so esöhmd ist." 6

Die Preise, welche man zu fordern hatte, wurden von Eavens-burg aus vielfach genau nach Kenntnis der Produktionslage undder voraussichtlichen Nachfrage festgesetzt; aber meist wurde dochein Spielraum gelassen und bei verderblicher Wäre ward auch dieseGrenze wohl unhaltbar. An Verlusten kam man nicht vorüber:„Wir haben an Zucker lange Zeit verloren, macht nicht gut Blut...Wer alle Dinge wüßte, würde bald reich." 6

„Vor allem hütet Euch vor bösen Schulden" ist die am meistenvorkommende Mahnung.' Dem jungen Lütfried Muntprat schreibensie: „Doch vor allen Dingen hüte Dich, borge niemand etwas,du wüßtest denn, daß es richtig sei, denn junge Leute werden garoft versucht." 8 Ein ander Mal wird demselben geschrieben:„Doch sei nicht zu hitzig beim Verkaufen, daß Du uns keine böseSchulden macftst, denn die Gewinne sind sonst schmal und miteiner bösen Schuld wäre der Gewinn eines halben Jahres weg." 9— „Denn sicher eine Zeit her hat man uns viel böse Schulden zuSaragossa gemacht; wenn dann die Gewinne schmal sind, so istes leicht geschehen. Einer kann leicht eine böse Schuld machen,so geht der Gewinn dahin." 10 — „Borget niemanden etwas, Ihrhabet denn Sicherheit (fermenza). 11 — Nichts mag uns wehe tundenn böse Schulden." 12

1 3, 152. 2 3, 107. 3 3, 107. 4 3, 159. 5 3, 86. • 3, 59. ' 3, 45. 8 3, 6o!9 3, 79. 10 3, 64 f. » 3, 82. 12 3, 152.

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