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1 (1923)
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126
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126 Drittes Buch. Organisation und Technik des Handels. 2. u. 3. Kap. §18.19

Man wollte auch die verschiedenen Sorten einer Ware haben,wie sich das bei der Betrachtung der einzelnen Waren (NeuntesBuch) ergibt. ,,Wenn man gut gesortiert ist, so macht es, daßman die Parockians, die Kunden behält." 1 — „Wir sind sehrübel gesortiert, da es doch aus dem Wege ist, daß man ein Dingganz bestellt, darum man geschrieben hat, und von den anderenSorten nicht eine zur Hälfte? Wie sollen wir den Bourg vertreiben,so wir der anderen Sorten nicht auch danach haben?" 2

Zwar war man der Meinung, „nicht Jedermann kann Geld solange auf Waren liegen lassen als wir". 3 Aber im allgemeinenwar man doch dagegen, daß ,,das Geld lange auf der Ware schliefe". 4Das klassische Bild kehrt immer wieder. „Kehret allen Fleiß vor,damit Ihr das Geld nicht schlafen laßt; denn wie wenig man ge-winnt, es ist besser, als es schlafen lassen." 6 — „Es soll nicht vielGeld müßig liegen." 6 Da heißt es gelegentlich: „Seid nicht zuhart — beim Verkaufen, dann behält man die Kunden und kommtwieder zu Geld." 7 Es war vor allem bei verderblichen Waren einschneller Verkauf vonnöten und deshalb forderten die Herrenfür solche Waren hohen Nutzen, um das Risiko tragen zu können.Im allgemeinen scheute man vor solchen Waren zurück.

Schlechte Ware suchte man bald „quitt" zu werden. „Sammethaben wir von der Hand geschoben, denn sie waren sehr schlecht,geringe Ding und Haushüter." 8 Unverkaufte Ware schob manauch wohl in andere Gelieger oder von der Frankfurter Messenach Flandern und Nürnberg. 9 So wanderten von Genua nachMailand 20 Ballen, wo man 4 bestellt hatte. „Wäre es „roba dagadagno" gewesen, wäre es nicht geschehen. Sie hätten 10 Wege,die zu verkaufen, so man hier nur einen hat. Das Böseste ist, wirbesorgen, daß ein Teil verdirbt." 10 Die Ware mußte mit Verlustverkauft werden. „Alte Ware schiebt von der Hand, sei es mitGewinn, sei es um Hauptgut, denn je länger ein „verbafflat" dingliegt, je böser es wird." 11

In Nürnberg saß man hinter einer Ware, da meinte GabrielGeßler: „Ich will nicht zu hart mit ihr sein, denn es ist besserein Verlüstle als ein Verlust." 12 Er drückte gemütlich das aus,was Savary in die verstandesmäßigen Worte kleidete: man solltelieber wenig an veralteter Ware verlieren als viel an Zinsen.

Ankauf von gangbarer Ware und Verkauf von lästiger wurdegern in einem Stichgeschäfte verbunden, doch handelte es sichoft auch um gangbare Waren. Diese Art von Geschäften hatteeine große Verbreitung.

Auf die Konjunkturen hatte man genaue Obacht, auf Münz-kurse, auf Andrang von Kunden, wenn z. B. der König in eineStadt kam und viele noch einen guten Anzug für nötig hielten.

x 3, 115. 2 3, 123. 3 3, 58. * 3, 107. 172. 5 3, 89. 8 3, 10. 7 3, 57.8 3, 367. ' 3, 369. 10 3, 282. " 5, 7 bafar span. spotten. 12 3, 369.