Briefe und Briefbeföxderung
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am 18. und 26. Februar, aus Avignon vom 13. Februar, aus Barce-lona vom 29. Januar, Valencia 16. Januar. 1480 hatte man inEavensburg auf elf Briefe aus diesen GeHegern zu antworten, derenAbgang vom 11. Juni bis 19. Juli lag, während des Schreibenskamen noch vier weitere. 1
Von Brügge gingen nach dem Briefbüchlein in 299 Tagen elf Briefean die Herren, dazu zwei Abschriften, genau so viele kamen an. VonSaragossa gingen 1480 zwei Briefe an die Herren, einer im Februar,der nächste am 4. April, die Herren aber schrieben am 29. Dezember,4. und 19. Januar. Dabei war Saragossa schwer zu erreichen undwar man da auch recht schreibfaul. 2 In entrüsteten Worten sprichtsich der Zorn der Herren aus. 3
Der Verkehr der Gelieger untereinander war auch recht lebhaft.So schrieben 1480 die Lyoner nach Saragossa am 6. und 25. Januarund am 1. Februar. Die Herren tadelten es sehr, daß Brügge invier Monaten keinen Brief von Valencia erhalten hatte.
Die Boten, deren sich die Gesellschaft und ihre Gelieger bedienten,waren in den seltensten Fällen eigene Boten, als Boten der Zentraleerkennt man nur Burkmann, der auf der Boute Eavensburg—Lyon,vielleicht auch weiter verwendet wurde, nicht aber der französi-schen Sprache mächtig war. 4 Er kam auch nach Nürnberg, Frank-furt und Flandern. 5 Auch Balthasar Bssich, der bis Saragossa undMailand kam, vielleicht war er aber ein Geselle. 6 Seltener mietetensie auch Boten für einen besonderen Gang, 7 zumeist waren es Boten,die, wie die Kölner Tonis und Tilmann, regelmäßig den Brief-verkehr vermittelten und Briefe sammelten. Anders ist die niedrigeGebühr nicht zu erklären. Auch in den Geliegern war man oft ge-zwungen, einen eigenen Boten zu senden. Für Bern ergeben sichfür völlig durchgehende Boten recht hohe Sätze wiederholt für einenbis Eavensburg l x / 2 fl, ein Bote bis Schaffhausen erhielt 12 ß 6 -9(,einer bis Aarburg 5 ß, einer von Lenzburg bis Konstanz 1 U 10 ß teiner von Bern bis Konstanz 2 U 10 ß. 8
In dem Sammeln von Briefen sieht Sombart bereits einePost, 9 während nach Ohmann 10 und mir zum Begriffe derPost eine Organisation gehört, die den Brief nicht vom Absenderbis zum Empfänger (resp. Zwischenempfänger) in derselbenHand beläßt, sondern einen Wechsel der Besteller vorsieht. Ob
1 Unten 3, 167 und 176.
2 Unten 3, 54. 1505 von Mailand ab an die Herren: 29. April und 12. Mai,dann wieder 9. Oktober. Die Antworten ab am 3. und 25. Oktober. Vgl. unten3, 280 und 288. Nach Genua schrieben die Herren 1507 am 29. Juni, 2.und 6. Juli. Unten 3, 314 und 316.
3 Fast die stärkste Strafpredigt der Herren. Unten 3, 134. 4 Unten 3, 225.5 Unten 3, 333, 335 und 420. 6 Unten 3, 13, 23. ' Vgl. in Nr. 101. Einem
Boten von Memmingen nach Eavensburg bei Nacht 14/?, 1516. 8 Aus Nr. 12.8 A. a. O. 2, 378 f. und öfter. 10 Vgl. Ohmann, Die Anfänge des Postwesensund die Taxis.