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Drittes Buch. Technik des Handels. 1. Kapitel. § 15. 16
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Die Bücher benutzen durchweg, wenn aueh nicht ausnahmslos,nicht die arabischen Ziffern, sondern die alten römischen, die frei-lich schon bei Addition und Subtraktion nicht bequem, der Multi-plikation und noch mehr der Division aber schwer hinderlich sind.Dieses Verharren hing sicherlich mit der allgemeinen kaufmänni-schen Überlieferung zusammen, und diese hing wieder von der ge-richtlichen Forderung ab, die darin ihren Grund hatte, daß denEichtern die arabischen Ziffern nicht geläufig waren. Auch glaubteman wohl — wie es bezeugt ist —, daß die arabischen Ziffernleichter gefälscht werden konnten als die „kaiserlichen". So ver-sagte noch das Freiburger Stadtrecht von 1520 den kaufmännischenSchuldbüchern Beweiskraft, wenn sie mit arabischen Ziffern geführtwaren.
Gleichwohl kannten alle Bavensburger Gesellen auch die arabi-schen Ziffern, verwendeten sie zum „summieren" der Seiten, öftersfinden sich Zettel mit Bechnungen in arabischen Ziffern, und nichtselten finden sich auch im Texte von Bechnungen, fast regelmäßigaber in den Briefen die neuen Ziffern angewendet.
Es wäre wohl lohnend, einmal die Grabsteine oberdeutscherKaufleute zusammenzustellen, auf denen sich arabische Ziffernfinden. Ich sah mehr wie einen.
§ 16. Notizbücher der Zentrale. Rekordanzen. Memorias. Briefbüchlein vonBrügge. Beförderer und Portokosten. Transportdauer von Briefen. Häufigkeit derBriefe. Eigene Boten. Frühe Benutzung der Post.
Von den vorwiegend nichtrechnerischen Teilen der zentralenBuchführung sind uns zwei äußerst interessante Stücke erhalten.Das eine ist ein schmales langes Heft von 28 Blättern, in das minde-stens 16 Personen Notizen eintrugen, welche vor allem für die Briefean die Gelieger benutzt werden sollten. 1 Nicht alle diese schnellhingeworfenen Bemerkungen sind verständlich, aber sie stellen unslebhafter als irgendeine andere Quelle der Handelsgeschichte dieTätigkeit einer großen Handelsgesellschaft vor Augen.
Einen anderen Charakter hat das Notatenbuch von 1510 für2y 2 Monate, es ist ausschließlich geführt vom ersten Begierer unddem Bechnungsführer und behandelt vorwiegend Warenankunftund -abgang sowie Bechnerisches. 2
Sehr erheblich ist der Bestand an Korrespondenzen. Sie sindzum Teil äußerst umfangreich und so eingehend, wie nur irgenddenkbar.
Die Bezeichnung dieser Briefe lautet recordanza oder auchMemoria (Memorial). Das ist nur verständlich, wenn wir uns klar-machen, daß diese zum Teil höchst eingehenden und durchaus ver-traulichen Briefe als offene Briefe einem vertrauten Gesellen mit-gegeben wurden, dessen Gedächtnis sie zu Hilfe kommen sollten.
1 Unten 3, 1—21. a Unten 3, 33—44.