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1 (1923)
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Drittes Buch. Technik des Handels. 1. Kapitel. § 15

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winn und Verlust festgestellt werden konnte, meist auch in denGeliegern, da jede Sendung von Angaben über ihren Wert begleitetwerden sollte, die meist auch auf anderem Wege noch in einemzweiten Exemplare gingen.

Nur einer der wenigen Kenner der Geschichte der Buchführung,die alte und neue Buchführung gleichmäßig beherrschen, kann mitNutzen das System der Bavensburger Buchführung 'genau in denEntwicklungsgang einstellen; aber ich fürchte, nicht zu viel zusagen: das Bavensburger Bechnungssystem ist durchaus nicht mehrhandwerksmäßig sondern kapitalistisch; es gestattete eine plan-mäßige Verwendung der Geldmittel und Heß ja, wie der Erfolgzeigte, die Summe der Anstände erst in drei Jahren so stark werden,daß dann eine Abrechnung und eine Inventur erforderlich war.Man darf diese Generalrechnung sich nicht vorstellen als eine Ver-sammlung von hilflos mit ihren schlecht geführten systemlosenAufzeichnungen dastehenden kaufmännischen Handwerkern, son-dern als eine Abrechnung auf Grund zum Teü längst eingelaufenerund dann von der zentralen Buchführung bereits kontrollierterBechnungen, weiter auf Grund von eben eintreffenden Abrech-nungen, die der Bechnungsführer selbst erläutern konnte. Es wareine Abrechnung durchaus auf schriftlicher Grundlage. Sich einenGesellen zu denken, der nicht hätte lesen und schreiben können, istvöllig ausgeschlossen. Die Anwesenheit von Vertretern aller Ge-bieger machte aber mündnche Aufklärungen mögüch. Es ist dasGanze eine durchaus rationelle Veranstaltung, die persönlicheFühlung unter den Geliegern und der Gelieger mit der Zentraleobendrein noch gestattete. Niemand wird diesen Betrieb als einenhandwerksmäßigen bezeichnen können. Im Gegenteil wird manauch diese Seite der Bavensburger Geschäftsführung bewundernmüssen. Es ist denn doch keine Kleinigkeit, die Ausgaben undEinnahmen von 10 Geliegern und von mindestens 30 Gesellen bisauf Heller und Pfennig ständig zu überwachen.

Die Ermahnungen, die Bücher ordentlich zu führen, sind zahl-reich. An Klaus Bützel schreiben die Herren: „Halte Deine Bücherwohl, sauber und ordentlich;" 1 nach Valencia: „Ihr habt in derBodega so viele Schulden im Bekord, warum schreibt Ihr sie nichtins Buch, im Bekord werden sie vergessen." a — »Lug vor allenDingen, daß Du Deine Bücher sauber und lauter hältst, daß wennDu Bechnung geben solltest, alle Dinge recht findest." 3

Gegen die schlechte Handschrift eiferten die Begierer und inder Tat mit Becht: „Jakob und Hans Konrad^ seid daran undfleißigt Euch mit Schreiben; denn wir Euer Schreiben nicht wohllesen können. Ihr versteht es wohl." 4 Und diese Mahnungen warennicht umsonst, aber sie fanden nicht viel Gehör. Die Handschrift

1 Unten 3, 69. 2 3, 151. 3 3, 180.

3,80.