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Zweites und drittes Buch. § 12. 13
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wollen wir, daß unsere Sache währet." 1 Erinnert sei auch an diestolzen, rechtlichen, frommen Worte aus der Krisis von 1477. 2Die Eücksicht auf Becht und kaufmännischen Anstand, die beieinem Gelegenheitshändler sich seltener findet, war bei einer Ge-sellschaft, die auf dauernden Handelsverkehr ausging, auch durchdiese Absicht schon geboten. Sie entsprach aber auch dem sittlichenund religiösen Empfinden. Man suchte nicht den Kunden zu über-tölpeln, sondern in ihm die Überzeugung zu erwecken, daß dieWare reell und der Preis den Umständen entsprach.
Es ließe sich leicht eine Fülle von Wendungen aufzählen, diezeigten, daß dieEavensburger, wie alle Kaufleute bis in das 18. Jahr-hundert hinein, in der Furcht Gottes lebten und bei jedem Wagnisan seine Gnade dachten. Die Eeligion war das Fundament desGedankenlebens dieser Kaufleute, sie gedachten auch der Armenund Kranken.
Die Gesellschaft wurde zwar immer auf kurze Frist erneuert,aber sie wollte doch eine dauernde bleiben. Man wollte den Kindernund Enkeln sichern, was die Vordem genossen hatten, eine ehrbare,durch Mühe und Arbeit immer wieder gewonnene Existenz, die lang-samer wie einst, aber darum doch den tüchtigen Gesellen zum Wohl-stand emporführte, man wollte die Blüte der heimischen Städteund des Landes ringsum, man wollte für Kirchen, Klöster undSpitäler Gaben erübrigen, man wollte die Ehre Gottes in einem ehr-lichen Betriebe voll Arbeit, Mühe und Wagnis.
1 Unten 3, 87 f. 2 S. oben S. 16f.; unten 3, 52 f.