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1 (1923)
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Die Stellung der Gesellen. Finanzsachen

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winnung handelt es sich um Entnahme von Geld, namentlich umdie Verringerung des Geschäftsanteils, bei der halben um die Ent-nahme von Waren oder von Geldbeträgen für den Lebensunterhalt.An jener sind vorwiegend Posten beteiligt, deren Inhaber nichtmehr aktiv tätige Gesellen sind, an der halben Gewinnung um-gekehrt mehr die Faktoren. Aber das ist keineswegs schroff durch-geführt. Hans Hinderofen hat unter der Eubrik „ganze Gewinnungverliert" nichts, ,,halbe" aber zusammen 2006 fl, am höchsten istder Betrag 1517: 580 fl. Alexius Hillenson verliert in 3 Posten anganzer Gewinnung 120 fl, an halber aber in langen Jahren 995 fl16 ß 7 hl. Der höchste Betrag, der bei einer Bechnung abgehobenwurde, beläuft sich bei der ganzen Gewinnung auf 536 fl (GesslerErben), bei der halben Gewinnung auf 580 fl (Hans Hinderofen).

Direkte Zeugnisse sind mir nur folgende aufgestoßen: „UlrichGessler soll von Ulrich Blarer wegen 28 fl 12 ß in Gold mit samthalber Gewinnung, ist 3y 2 fl, ist in all 32 fl 2 ß in Gold, so er znISTürenberg für in hat ausgegeben gleich Blarer lauter angibt 32 fl3 ß 6 hl." 1 Der Bechnungsführer Blarer hatte für Gessler das inNürnberg bezahlt, der Betrag wird mit halber Gewinnung Gesslerzu Lasten geschrieben. „Item zahlt Alexius Hilson hat ihm UlrichBlarer zuviel zugeschrieben 9 fl 0 ß 2 hl. mit der halben Gewin-nung 10 fl 9 hl., zahlt Alexius bar 10 fl 5 /?." Alexius korrigierteinen Fehler durch Barersatz. 2

Ich habe die sämtlichen Konten über ganze und halbe Gewinnungaus der Zeit von 1497 bis 1525 zusammengestellt. Es sind 126.Alle Einzelkonten sind auch Teile des Gesellschaftskapitals, aber essteht nicht fest, ob wir damit alle Konteninhaber auch kennen. Eswäre denkbar, daß Konten fehlen, bei denen eben niemals eine Min-derung des Gewinnanteils eintrat. Aber sehr viele sind das sichernicht, die vorhandenen Konten kehren meist Jahr für Jahr wieder.

Wenn wir also im wesentlichen die sämtlichen Konteninhaberkennen, die eine Einlage bei der Gesellschaft haben, so dürfen wirdas Material nun auch dazu verwenden, um festzustellen, ob dieGesellschaft nur Einlagen hatte von Gesellen, die persönlich sichan den Handelsgeschäften beteiligten.

Von den Konten sind 14 Konten von Töchtern oder Witwen, undüberall handelt es sich wohl um Angehörige alter Gesellen der Ge-sellschaft. Sehr erheblich ist die Zahl der Konten von ungeteiltenErbschaftsmassen (21). Die nach Palle Geßler blieb mindestens22 Jahre ungeteilt. Es war offenbar das Prinzip der Gesellschaft,als gewinnbringende Einlagen die Erbschaften von alten Gesellenund Dienern und die Anteile von Witwen oder Töchtern zu be-halten. Wenn man die Namen der Erblasser sich ansieht, so er-

1 Unten 3, 42.

2 Wenn die erste Angabe stimmt, so betrug der halbe Gewinn rund 10%,andernfalls aber 11,3%.

Schulte, Gesch. d. Ravensburger Handelsges. I. 5

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