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1 (1923)
Entstehung
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52
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Zweites Buch. Organisation der Gesellschaft. 1. Kapitel. § 6

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(1454 oder 1455) der Posten des ersten Eegierers noch offen. Eineweitere gleichartige Verschreibung der ganzen Gesellschaft wurdeam 3. August desselben Jahres ausgestellt. Hatte es so lange ge-dauert, bis von allen Geliegern die Aufträge eingegangen waren?

Die dritte Urkunde fällt vier Jahre später, auf den 3. August1462, darin erklärt die Gesellschaft, daß Jos ihr Eechnung ge-legt hat und sie ihn seiner Handlung vollkommen quitt undledig sage.

Hans und Konrad entstammten einer anderen Linie als die bis-herigen Eegierer, deren Nachkommen mit ihrer Vaterstadt und mitdem Handel nichts mehr zu tun haben wollten.

Der erste Begi erer der Gesellschaft hatte die oberste Leitung.Die ganze Gesellschaft gab dem ersten Eegierer seine Gewalt, undüber dieses Eechtsgeschäft wurde eine Notariatsurkunde aufgesetzt. 1Er gab den auswärts tätigen Gesellen die Prokura, 2 in seinemNamen handelten sie und nach ihm wurde die Gesellschaft vielfachbenannt. 3 Diese rechtliche Stellung als erster Leiter bot eine Ent-wicklungsmöglichkeit, die sieh bei vielen namengebenden (epo-nymen) Gewalten findet. Hatte einmal ein Familienname mehrereJahrzehnte hindurch in der Geschäftswelt sich durchgesetzt, somußten die Gesellschafter es wünschen, wenigstens den Familien-namen beizubehalten, sie wählten dann nicht den Fähigsten aussich zum ersten Eegierer, sondern den Träger eines alten und nütz-lichen Namens.

Vielleicht war schon Jos Humpis, dem 1462 und 1477 die Gewaltgenommen wurde, ein Mann, den mehr seine Geburt emporgehobenhatte als seine Tüchtigkeit. Er stand 1477 den sich von der Ge-sellschaft ablösenden Gesellen nahe und erschwerte den neuenLeitern außerordentlich die Geschäfte. Darüber schrieb in tiefsterSeele erbost Andreas Sattler: 'Es tut uns schier am übelsten, daßuns Jos Humpiß also schändlich hindern will und die fördern, soihm weder Gut noch Ehren nie gegönnt haben. Aber er ist einseltsamer Mann. Das nimmt ihn niemand als die Schaufel desTotengräbers; denn sicher große Bitten sind an ihn gelegt worden.Aber es hat alles nichts geholfen; denn er will, was er will." 4

Von Noffre Humpis wissen wir zu wenig, um ihn einschätzen zukönnen. Sein Nachfolger Hans und Konrad waren offenbar nichtsals Strohmänner, die den Namen Humpis hergaben. Sie erhieltenbei den Abrechnungen nicht die höchsten Ehrungen, sondern einerunde Summe von meist 150 fl als Entgelt für die Ausnützung ihresNamens und ihren sicher nicht großen Anteil an der Arbeit.

1 Unten 3, 92.

2 Als 1477 Jos Humpis die Gewalt genommen und an Onofrius Humpisüberging, wurden offenbar alle Prokura erneut, unten 3, 68. 78 und 92.

3 Vgl. oben unter Firma.

4 Unten 3, 93.