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1 (1923)
Entstehung
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48
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Zweites Buoh. Organisation der Gesellschaft. 1. Kapitel. § 5. 6

senkt sich der geradeaus geführte Gang, zu dessen beiden Seiten ge-wölbte Eäume Liegen, jenseits dieses Hintergebäudes liegt noch einkleiner Garten, der in die tiefer gelegenen Stadtteile hinabsieht.Im wesentlichen ist das Gebäude, das später einer Brauerei diente,noch heute erhalten. Es hat nicht den Reichtum dergoldenenSchreibstube" der Fugger, bietet aber gegenüber den meisten übrigenHäusern der Ravensburger Marktstraße, die durchweg im Innernnoch die mittelalterlichen Innenteüe ganz oder doch zum Teüedarbieten, einen weiträumigen und künstlerisch gedachten Bau dar.In dem hinteren Baue ist noch eine der ältesten Zeit angehörendegotische, im Bogen gespannte Holzdecke erhalten, im Vorderhausestecken sie vielleicht unter den heutigen tiefer gelegten Decken.Im Gegensatz zu vielen der Häuser, in denen nachweislich Gliederder Gesellschaft wohnten, ist es völlig massiv aufgeführt. Schräggegenüber lag das zum Berge hinaufführende Frauenkloster unddas Wahrzeichen Ravensburgs, der hochgelegene und hochragendeTurm der Stadtmauer, der ,,Mehlsack", der mit seinem Dache dieHöhe der Burg erreicht, schaut wie die Burg zu den Fenstern desGesellschaftshauses hinab. Das Haus lag neben dem der Humpisaus dem Hause Ratzenried. Und wie diesen noch 1545 dieses Hausgehörte, so wohnte auch 1473 dort der alte Jos Humpis und wahr-scheinlich war es auch das Heim seiner Ahnen. Nach den Steuer-listen wohnten in dem Gesellschaftshause 1473 auch drei der erstenGesellschafter, 1482 einer, 1497 erscheint als Bewohner der zweiteRegierer Hans Hinderofen, der auch 1506, 1512 und 1521 dortseine Heimstätte hatte. Daneben wohnte noch ein oder anderer,den wir wohl als Knecht der Gesellschaft ansehen dürfen. Für eineüppige Wohnung war da kein Raum vorhanden, aber Hans Hinder-ofen bewohnte darum doch eines der schönsten Häuser der Stadt,hatte sein Skriptori und sein Lager im Hause und übersah vonseinem Fenster aus das Leben auf dem Markte. 1

Wie das Haus der Welserschen Gesellschaft in Augsburg, das,wenn auch umgebaut, noch seinen alten Charakter bewahrthat, überraschend klein ist, so hat auch diegroße Gesellschaftvon Oberdeutschland" nur sehr wenig Platz in Anspruch ge-nommen und von den Lagern amStapelplatze" Ravensburgdarf man sich keine großen Vorstellungen machen. Wir könnenschon aus der Enge der Räumlichkeiten ersehen, daß diewenigsten Warenballen der Gesellschaft jemals durch Ravensburgselbst kamen.

Die Dauer der Ravensburger Gesellschaft war nicht eine un-beschränkte, sie erstreckte sich auch nicht auf einen größeren Zeit-raum; sie war vielmehr mindestens im Jahre 1477 sogar nur auf

1 Auf Grund der lokal angeordneten Steuerlisten habe ich mit Karl OttoMüller das Gebäude wohl zweifelsfrei festgestellt, dicht dabei wohnten dieBesserer, die Ankenreute und Geldlich.