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1 (1923)
Entstehung
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Erstes Buch. Entstehung der Gesellschaft. 2. Kapitel. § 3

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Da es immerhin unsicher ist, wann die drei Gesellschaften sichzusammenschlössen, möge zunächst ein Bild von jeder einzelnenentworfen werden.

Es ist ein seltenes Glück, daß für die Muntpratgesellschaft zweiQuellen reichliches Material spenden, für die älteren Zeiten einFormelbuch, dann für die Jahre 1423—1429 das Buch des Am-mannsgerichtes von Konstanz. Wir erkennen, daß die Muntpratin Venedig regelmäßig handelten, ja dort dauernd einen Faktorhatten (1404. 7). 1 Nach der Ostküste Spaniens führt 1408 die ersteNachricht. In den Kämpfen zwischen Barcelona und Genua hattenGenuesen auf dem Schiffe des Franz Schudier 2 große Ballen Boh-leinwand und 2 Ballen Barchent beschlagnahmt in der Meinung,es sei Eigentum von Bürgern von Barcelona. Für den EigentümerLütfried Muntprat trat die Stadt Konstanz in einem Schreiben andie Stadt Genua ein. 2 Auf einer anderen Seefahrt (1418) warenLütfried und sein Bruder Johann sowie Paul Fetzbrey aus Frank-furt (übrigens aus Nürnberger Geschlecht) von korsischen Schifferngefangen, ihrer Güter beraubt und erst nach längerer Zeit freige-lassen worden. Sie wandten sich an Kaiser Sigmund, der ihnen ge-stattete, sich an den Gütern der Genuesen, Herren von Korsika,schadlos zu halten. 3 In beiden Fällen ist es wenig wahrschein-lich, daß die Muntprat gerade damals auch in Genua ein Ge-lieger hatten. So ist es wahrscheinlich, daß ihre Waren rhoneab-wärts gingen, und vielleicht saßen in Avignon schon ihre Vertreter.Aber auch in Brügge hatten die Muntprat ein Gelieger. 4 Da Zah-lungen von ihnen auf die Messen von Frankfurt und Nördlingenabgestellt wurden, 5 so ergibt sich, daß schon die Muntprats um1410 im wesentlichen das räumliche System hatten, das wir bei dergroßen Gesellschaft wieder finden.

Sie führten aus Leinwand und Barchent, sonst erkennenwir nichts. An Leinwand verkauften sie aber schon in Kon-stanz nach dem Ammannbuche an einen kühnen Spekulanten,der ja auch zusammenbrach, an Ulrich Imholz, in den dreiJahren 1425—1427 auf Kredit für die immense Summe von15036 rh. fl, wobei nur etwas Farbe war. Dieselbe Quelle führtnoch einen Verkauf von Leinwand an den Bleicher um 17 U an. 6Im übrigen begegnen in der Quelle an Verkäufen auf Kredit:5 über Gewand über zusammen 701 fl, 7 drei über Pfeffer über

1 Zeitschrift f. Gesch. des Oberrheins 4, 29 ff.

2 Ebenda 4, 42.

3 Altmann, Eegesten Nr. 3299. Vgl. Nr. 2125.

4 Zeitschrift f. Gesch. des Oberrheins 4, 29.6 Unten 3, 474f.

6 Ebenda.

' 1423. Claus Kömer 60 fl.— 1424. Burkart v.Lophain und Caspar sein Sohn 142 fl.— Jäk Pfaff alias Jäk Jos von Lindau 86 fl. —■ 1425. Caspar v. L. und B. s. Vaterum welsch Gewand 127 fl. — 1426. Kaspar v. L. 132 fl. — Kaspar v. L. 154 fl.

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