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1 (1923)
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Der Handel der drei Familien. Ihr Reichtum

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1 Zum folgenden Schulte 1, 611, und in den Deutschen Geschichtsblättern1, 205—10.

2 Rieder, Nr. 9242. Vorher hatte schon Heinrich Muntprat dem BischöfeKredit gegeben. 8979. Und Konrad I. und sein Sohn Ludwig hatten der StadtMarkdorf 1520 rh. fi für eine jährliche Gülte von 80 fl (also zu einem Zins-fuße von 5,24%) geliehen. 8366. Eine Reihe von kleineren Erwerbungen derMuntprats finden sich im Konstanzer Ammanngerichtsbuch, 1425 ff.

3 St. Galler ürkundenbuch 5, Nr. 4693, vgl. Nr. 4910.

4 Öheim, Gallus Chronik der Reichenau, herausg. von Brandi, S. 178

5 Graf von Oberndorff, Regesten der Pfalzgrafen 2, Nr. 5201.

6 1417. Altmann, Regesten Sigmunds, Nr. 2125.

Über Liitfrid Muntprats Vermögen und das seines Bruders Johann fgibt das älteste in Schwaben und der Schweiz erhaltene SteuerbuchAuskunft. 1 Sie zahlten 1418 Steuer von 7500& Heller liegendem Guteund von 37500 U Fahrhabe; bis 1433 stieg das ungeteilte Vermögenauf 16000 + 79000 = 95000 t6 an oder in rheinische Gulden um-gerechnet auf 71250 rh. fl. Nach der Teilung vermehrte sich dieSumme der beiden Vermögen auf 132 464 U (nach dem gleichenSchlüssel = 99348 rh. fl). Lütfried, der 1447 starb, hinterließ einVermögen von 71400 & (davon 61740 & Fahrhabe) = 53550 fl.Seine Fahrhabe war aber nicht völlig in der Gesellschaft fest-gelegt, Lütfried lieh mit seinem Neffen Konrad demselbenBischöfe 1428 2508 rh. fl und erhielt dafür eine reichlich 4% pro-zentige Bente auf dem Ertrage des bischöfflehen Siegler amtes. 2Auch das Kloster von St. Gallen 3 entlehnte 1445 von ihm 555 fl.Ebenso schuldete ihm der Abt Friedrich und der Konvent derBeichenau 4400 rh. fl. 4 Er besaß auch einen erheblichen Grund-besitz, so gehörte ihm die Burg der Ahnen seiner Gattin Bernang.Im übrigen verfolge ich das nicht weiter.

Lütfried erwarb sich auch außerhalb der Geschäftswelt eine be-deutende Stellung. Im Bäte von Konstanz saß er seit 1416, erstspät ließ er sich zum Bürgermeister machen wie zum Vogt. Er wardes Bischofes Albrecht Blarers Vetter, von König Buprecht wurdeer zum Familiären gemacht, 5 König Sigmund gab ihm und seinemBruder Johann einen Geleitsbrief. 6 Dann gewann er durch einenSchwiegersohn am kaiserlichen Hofe Einfluß; es war MarquardBrisacher aus Konstanz, der von 1429 an drei deutschen Königendiente, von Ehre zu Ehre emporstieg, um dann einen Sohn gleichenNamens im Dienste Maximilians zu belassen, während Carolus beider Gesellschaft diente. Seine Gattin hatte Lütfried aus dem Adelgewählt, sie war Budolf von Bosenbergs Tochter. Die Burgen Eosen-berg und Zuckenriedt gaben später einzelnen Linien ihren Namen.

Ein wahrer Kaufmann war dieser Lütfrid IL Während in Kon-stanz das Konzil tagte, begab er sich mit seinem Bruder Johannauf die Meerfahrt nach Spanien, wobei er gefangen wurde. Bei denschweren Kämpfen wirtschaftlicher Art, von denen am anderenOrte zu reden ist, war er stets der Führer!