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1 (1923)
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Die Stadt Ravensburg

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geurteilt werden dürfe, wenn das Batsgericht das Zinsennehmenals bewiesen ansah. 1

Die Stadt besaß ein bedeutendes Gewerbe. Die erste Bolle spieltedie in Oberschwaben sehr stark entwickelte Leineweberei, dann dieHanfweberei (welsche Leinwand) und die Barchentweberei. Geradesie trieben die Kaufleute in die Ferne, worüber später zu handeln ist.Daneben fand ziemlich früh die Papierfabrikation ihren Eingangin Bavensburg, wo das Papier mit dem Wasserzeichen eines Ochsen-kopfes ohne Augen hergestellt wurde. Zwar nicht so früh, wie manfrüher meinte, aber doch immerhin recht zeitig. 2 Die Wasserkräftedes Boßbaches und die Abfälle von Leinen gaben vielleicht einemBavensburger Kaufmann, der in Spanien oder Italien die neueKunst gesehen hatte, Anlaß, sie in der Vaterstadt heimisch zumachen. Wenn auch die Gesellschaft sich der Fabrikation wie demPapierhandel fern hielt, so besaß doch mindestens ein Geselle Papier-häuser. Im übrigen waren die Arbeiter, die Papierer, meist wenigwohlhabend.

Die Beichsunmittelbarkeit der oberschwäbischen Beichsstädtewar durch die Geldnot der Herrscher oft ernstlich bedroht, derärmste und geldhungrigste König konnte jedoch nicht wohl darandenken, gerade die unter den Augen des Landvogtes biegende Stadtzu verpfänden, wohl aber wurde die verhältnismäßig niedrigeBeichssteuer zu Pfand dahingegeben.

Die Sorge vor diesem Schicksale trieb aber die oberschwäbischenBeichsstädte zusammen, soweit das nicht schon die Sorge um denLandfrieden getan hatte. Die Bündnisse schwankten, Bavensburghielt zu den oberschwäbischen Städten, zu den Bodenseestädtenoder zu beiden zugleich, nahm auch an noch größeren Bündnissenteü. Von 1376 bis 1389 gehörte es zum großen schwäbischen Städte-bunde. Das Ende war scheinbar nicht glücklich, die Bodensee-städte blieben aber trotz der Niederlage zusammen. Bald gab eswieder größere Städtebündnisse, und von 1487 an vereinte der Schwä-bische Bund die Beichsstädte mit den Herren und Fürsten, und sotrat auch Bavensburg in den unglücklich geführten Schwabenkrieggegen die Eidgenossen ein.

Dieses Zusammenhalten der Beichsstädte hat gelegentlich auchzu gemeinsamer Handelspolitik geführt, 3 aber auch, wenn das gerade

1 Schulte l, 638 f.

2 Das älteste mir bekannte Zeugnis ist das Auftauchen der PapiererfamilieWolfartzhofer mit Haintz W. 1410 (Bürgerbuch), 1421 Cuntz W., dann 1427Heinrich Geldrich; vgl. Müller, Königszinse in der Reichsstadt Ravensburg1366 (Schriften d. Ver. f. Gesch. des Bodensees, Heft 40, S. 71). Vgl. auchAmmanngerichtsbuch Konstanz zu 1427, fol. 305. Dann aber hat auch einZweig der Humpis Papiermühlen gehabt: vom Zweige Michaels Wilhelm, derder Stadt Papier lieferte, und Felix.

3 Bündnisse zum Schutz der Kaufleute, Landfahrer und Kaufmannschaft von1437, 4U, 41, bei Eben 1, 329, erwähnt.

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