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Einleitung
ihnen auftat, war noch unbekannter als die, in die wir nun schauen.Aber dort handelt es sich nicht wie hier um unsere Vorfahren, um diedeutschen Kaufleute, die, wagemutig wie sie waren, in den Handelder Mittelmeerländer, der Niederlande und Osteuropas eindrangenund in ihm eine sehr bedeutende Stellung gewannen. Die Frühzeitder Hochblüte des oberdeutschen Handels ist durch den FundKarl Obsers nunmehr hell beleuchtet. In dieser Gesellschaft spiegeltsich nun hell die deutsche Kaufmannschaft jener Zeit ab. So wirdder Leser in den örtlichen und persönlichen Dingen nicht nurEavensburg zu sehen haben, sondern weiter gehen dürfen und frei-lich nicht allzu kühn in den Oberschwaben die deutschen Kaufleutesehen dürfen. Das ist die allgemeine Bedeutung des Buches. Esbesteht wohl keine Hoffnung, daß wir in einer anderen Stadt so tiefeEinblicke gewinnen können, als es hier möglich war. Am ehestenkönnte man an Lübeck denken. Doch Hildebrand Veckinghusenwurzelte nicht in seiner westfälischen Heimat und nicht in seinerAdoptivstadt Lübeck, sondern in der Ferne in Brügge, wo ervier Jahre im Gefängnisse schmachtete. Sein in Beval erhaltenerNachlaß, enthält weit mehr Briefe (für die Zeit von 1406—1426),als ich sie vorlegen kann, auch Akten und Bechnungen sind er-halten. Aber so tief führen die Quellen in das Handelsleben dochnicht ein, als unser Material. Das kann und soll die hohen Ver-dienste Wilhelm Stieda's nicht schmälern, der in dem Buche:Hüdebrand Vechinchusen, Briefwechsel eines deutschen Kaufmannsim 15. Jahrhundert (Leipzig 1921) wenigstens die Briefe veröffent-licht hat.
Forschung und Darstellung waren nicht zu trennen, und mancherkaufmännische Leser wird sich daran stoßen. Aber ich habe michwenigstens bemüht, ihm in den Steppen der Forschung dann undwann Oasen darzubieten. Die Forschung der Handelsgeschichteist kein Wandeln in lachendem Garten in Blütenpracht oder inZeiten, wo rotwangige Früchte an den Bäumen grüßen. Sie istsaure, harte Arbeit.