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Einleitung
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1888
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gegen einen Schuldner bereit zu behalten. Die best durchgearbeiteteGeschichte eines Handelsgebietes, des der Hansa, lieferte schließ-lich so viel Stoff, daß von so hervorragenden Forschern wie GoswinFreiherrn von derRopp und Rudolf Häpke der hansische Kauf mannin seinem Leben und Treiben anschaulich geschildert werden konnte.Aber auch ihnen gelang es nicht, einzelne Porträts zu entwerfen.
Der hansischen Geschichte fehlt ein größerer Stock von Papiereneiner einzelnen Gesellschaft, nur bei den Veckinghausen wurde esunter Wilhelm Stiedas Händen ein lebensvolleres Bild.
Der Durst nach Briefen, der Hunger nach Geschäftsbüchern be-herrschte auch die Geschichte des oberdeutschen Handels. Lebens-voll stehen dann erst vor uns Jakob Fugger, Hans Kleeberger unddie Buchdrucker Anton Koberger und Bonifazius Amerbach. Zuden Briefen und Akten tritt auch das Porträt.
Da ist nun durch einen völlig überraschenden Fund ein Wandeleingetreten, und da kamen nicht Papiere eines unbedeutendenKaufmanns zum Vorschein, sondern Beste von Akten und Brief-schaften der größten deutschen Handelsgesellschaft, die es vor demZeitalter der Fugger gegeben hat, in das sie ja auch mit dem letztenDrittel ihrer anderthalbhundertjährigen Dauer hineinragt. Aneinem Orte wurden diese Akten der großen Bavensburger Handels-gesellschaft gefunden, wo niemand sie gesucht hätte. Sie hatteneine fast märchenhafte Geschichte hinter sich, ehe sie in das badischeGenerallandesarchiv zu Karlsruhe gelangten.
Als die Bavensburger Gesellschaft sich um 1530 auflöste, hob ihrRechnungsführer, der schon bejahrte Alexius Hüleson, einen Teilder Papiere bei sich auf; kaum aus persönlichem Interesse, um sichetwa gegen Beschwerden zu decken, viel eher um die Erinnerung anvergangene Zeiten zu erhalten, am wahrscheinlichsten jedoch, umNachkommen Lehrmittel zu hinterlassen. Wie immer, dieser ge-treue Diener der Gesellschaft rettete die Geschäftspapiere über dieernsteste Gefahr, die solchen zu allen Zeiten drohten und drohenwerden, über die ersten fünfzig Jahre, wo sie praktische Be-deutung nicht haben und geschichtliche ihnen noch nicht bei-gemessen wird. In der Hast der Arbeit wandern Bücher und Briefein einen Winkel und werden dann, weü sie Raum stehlen, beseitigt.Man lebt ja der Gegenwart und der Zukunft. Ein Enkel Hülesonsward Mönch im Zisterzienserkloster Salem und brachte sie in dessenArchiv, das auch sonst geduldig vielerlei dort hin gebrachte Archi-valien durch lange Zeiten barg, bis mit der Säkularisation (1803)das Kloster aufgehoben wurde und Kloster und Archiv in den Besitzder Großherzoge von Baden übergingen, von denen die jüngere Linie,die Sekundogenitur mit Salem, diesem herrlichen Besitze ob demBodensee, ausgestattet wurde. Die reichen urkundlichen Schätzedes Archivs wanderten bald unter Vorbehalt des Eigentümers indas Generallandesarchiv nach Karlsruhe, später folgten die Akten.
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